Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071980
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Architektur. 
Thermen des Titus und Caracalla. 
noch das grosse zehneckige Kuppelgebäilde mit dem irrigen Namen 
eines „Tempels der Minerva. medica" erhalten, unweit von Porta mag- 
giore. Welche Function dieser Raum in den Thermen hatte, wollen 
wir nicht errathen; genug (lass schon hier, so bald nach Erbauung 
des Pantheons, die entscheidenden Veränderungen im Iiuppellynu als 
vollendete Thatseche vor" uns stehen: die polygone Form zu Gunsten 
des Anschlusses der tnitern Nischen, sodass jedoch in der Kuppel selbst 
durch den Stuccoübcrzng der Anschein der Halblcugelform beibehalten 
wird; merkwürdig ist auch die Ersetzung des Kuppellichtes durch 
Fenster über den Nischen. ("Die Mitte der läuppel, Welche seit nicht 
sehr langer Zeit eingestürzt ist, erscheint in allen friihern Abbildun- 
gen als geschlossen.) So war schon um die Zeit von Christi Geburt 
das fertige Vorbild für die spätem Kuppelkirehen gegeben.  Von der 
vcrmuthlichen Bekleidung des Innern mit Säulen und durchgehenden 
Gebälken ist nicht einmal eine Andeutung am? unsere Zeit gekommen. 
Der jetzt noch hie und da erhaltene Stucco möchte kaum der UTSPPÜDg- 
liehe sein.  
a Die Thermen des Titus und des Trajan, wunderlich durch 
einander gebaut, geben in ihren jetzt noch zugänglichen Theilen einen 
Begrii? zwar nicht mehr von der längst ausgeraubten Praehtausstcttung, 
wohl aber von der gewaltigen Höhe der einst wie jetzt dunkeln und 
auf künstliche Beleuchtung berechneten Gemächer. Der Grundriss ist, 
soweit man ihn verfolgen kann, der hesondern Umstände wegen nicht 
massgebend. 
Architektonisch die bedeutendsten Thermen sind oder waren die- 
b jenigen des Oaracalla. Vier Hauptmotive waren hier, wie es scheint, 
unvergleichlich grandios durchgeführt: 1) Die grossen, etwas oblongen 
gewölbten Schwimmsäle, auf Pfeilern und Säulen ruhend  an bei- 
den Enden, 2) die vordere Halle, der Breite nach von vier Säulen- 
Stellungen durchzogen, 3) der mittlere Langraiun (Pinßküthek) und 
4) der hohe runde Ausbau nach hinten, von welchen nur die Ansätze 
vorhanden sind;  zahlreicher Übergangsränme, Anbauten und Aussen- 
werke nicht zu gedenken. Das Ganze lag so hoch, dass es noch jetzt 
wie auf einer Terrasse zu stehen scheint. NVie sich das obere Stock- 
werk zwischen und über den Haupträurnen liinzog, ist bei seiner fußt 
gänzlichen Zerstörung schwer zu sagen. Um das Bild des wichtigsten
        

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