Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071970
Kaiserthermen. 
des Baues ausmachten, diese freilich von so gigantischern Maassstab 
und in solcher Ausdehnung, auch wohl in so malerisch verwilderter 
Umgebung, dass in Ermanglung eines künstlerischen Eindruckes ein 
phantastischer zuriickbleibt, den man mit nichts vertauschen noch ver- 
gleichen möchte. 
Sobald das Auge mit dem römischen Bausinn einigermassen ver- 
traut ist, wird es auch in dieser scheinbaren Formlosigkeit die Spu- 
ren ehemaligen Lebens verfolgen können. Diese zeigen sich haupt- 
sächlich in der reichen "Verschiedenartigkeit der Wandfiächcn, also in 
der Ausweitung derselben zu gewaltigen Nischen mit Halbkuppeln 
(welche noch hie und da Reste ihrer Cassctten aufweisen), und in der 
Anordnung grosser Kuppelräume. Diese sind hier entweder so von 
dem übrigen Bau eingefasst, dass sie für das Auge nirgends mit ge- 
radlinigen Massen unharmonisch zusammenstossen oder sie sind nicht 
rund, sondern polygon, etwa achteckig gebildet und gewähren dann 
nicht nur jeden wünschbaren Übergang zu den geradlinigen Formen, 
sondern auch einen völlig harmonischen Anschluss für die Nischen im 
Innern. S0 sind die beiden beim Pantheon hervorgehobenen Unvoll- 
kommenheiten (S. 19 u. 20) beseitigt. Dass übrigens diese Abwechselung 
der Wandilüchen ein ganz bewusstes, emsig verfolgte-s Princip war, 
beweisen auch die Aussenwerkc, welche den Thermenhof zu umgeben 
pflegten; ihr Umfang ergiebt Halbkreise, halbe Ellipsen und auch ihre 
Binnenraume sind von der verschiedensten Gestalt.  Vollkommen 
ungewiss bleibt die Gestalt der Thermenfassadcn; wir Wissen nur so 
viel, dass das architektonische Gefühl der Römer auf den Fassaden- 
bau überhaupt bei weitem nicht das unverhältnissmässige Gewicht legte, 
welches ihm die neuere Zeit beimisst. (Eine Ausnahme machen natür- 
lich die Tempel.) An den Caracallathermen soll „eine Siiulenhalle" 
den Haupteingang gebildet haben, und an S. Lorenzo in Mailand stehta 
noch eine solche. 
Von den zahlreichen Thermenbauten Roms erwähnen wir nur die- 
jenigen, deren Reste einigermassen kenntlich sind. 
Die Thermen Agrippafs, hinter dem Pantheon, gehören beib 
ihrer gänzlichen Zerstückelung und Verdcckung durch die Häuser der 
nächsten Gassen nicht unter diese Zahl. Von den Thermen seiner 
Söhne Cajus und Lucius, der Enkel Augusts durch die Julia, istc
        

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