Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071944
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Architektur. 
Amphitheater. 
aOdeon (d. h. einem bedeckten lNixitertlieater?) fast alles Steinwerk, 
sowohl die Sitzplätze als die Säulen etc. der Seena geraubt werden 
b sind. Das Theater vonHereulan um wird man in der Korknachbil- 
dung (im Museum von Neapel) besser würdigen als an Ort und Stelle, 
cwo es gar keine Uebersicht gewährt. Dasjcnige von Fiesole (Fä- 
snlä.) ist mehr durch seine Lage als durch die (nach kurzer Aufdeckung 
wieder fast gänzlich zugeschütteten) Überreste des Besuches würdig. 
dBecleutende Reste in Parma, Verona etc. 
Von den Amphitheatern, einer rein römischen Schöpfung, für 
e die Kämpfe von Gladiatoren und Thiercn, besitzt Rom in seinem C0- 
losseum weit das mächtigste Beispiel. I)ie Reisehantlbücher geben 
jede wünsehenswverthe Notiz, und der Eindruck der einen Aussenseite 
ist„wenn man sich in die Bogen der obcrn Stockwerke Statuen hin- 
eindenkt und zwischen den Pilastern der obersten NNiand ehcrne Re- 
liefschilde befestigt, ein so vollständiger, dass wir kurz sein können. 
Die ganze Detailbildung ist, der ricscnhaften Masse wegen, mit Recht 
höchst einfach; die unterste Ordnung hat z. B. keine Triglyphen mehr, 
die hier doch nur kleinlich wirken würden. Die Consolen der ober- 
sten Wand, den Öifnungen im Kranzgesimse entsprechend, dienten 
wahrscheinlich den hlastbiiumen zur Stütze, an Welchen das riesige 
Velarium oder Schattentuch befestigt war. Die Löcher am ganzen 
Anssenbau entstanden wohl, als man im Mittelalter die ehernen Klam- 
mern raubte, welche die Steine verbanden. An den Bogen im Innern 
 der Gänge fällt oft eine ganz krumme und schiefe Linie auf; Wahr- 
scheinlicli uturtlen die betreffenden Theile aus rohen Blöcken erbaut 
und dann, weil sie unsichtbar bleiben sollten, nur nachlässig glatt ge- 
sägt.  Von den Stufen, lilauern und fraglichen Oberhallcn des Innern 
ist bekanntlich nichts mehr vorhanden, und die Einrichtung der Arena 
zu plötzlicher Überschwemmung, auch wohl zum plötzlichen Erschei- 
nen von Thieren und Menschen nicht mehr sichtbar, da man (las Aus- 
gegrabcne der schlechten Luft halber wieder zusehiittcn musste. 
f Von den übrigen Amphitheatern Roms ist nur noch das sog. Am- 
phitheatr um ca strcnse kenntlich, und zwar in einem Theil der un- 
tern und auch der obern Ordnung, von trefllichem Ziegelbau. (Für 
Architekten von bedeutendem Wcrth; vor Porta S. Giovanni links 
hinauf, bei Santa Croce.) 
        

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