Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071930
die ganze untere Mauer in lauter gewölbte Pforten. Letzteres zog 
dann eine ähnliche Formation der obern Stockwerke nach sich, wo 
Streng genommen blosse Fensterößnungen genügt hätten. Mit der Thür- 
form aber stieg auch die Halbsäulenbekleidung nebst Gebiilken und 
Attiken von Stockwerk zu Stockwerk und fasste die Bogen mit ihren 
hier nur einfachen, aber durch die hundertmalige Wiederholung höchst 
imposanten Formen ein.  Die moderne Baukunst ist hier hauptsäch- 
lich in die Schule gegangen und hat für die monumentale Bekleidung 
wie für die Verhältnisse ihrer Stockwerke sich immer von Neuem an 
diese Vorbilder gewandt. Der Hof des Palazzo Farnese ist fast genau 
den Formen des Marcellus-Wfheaters nachgebildet; aus unzähligen 
Kirchenfassaden und Palästen tönt ein versteckter Nachklang vom 
Colosseum.  
Das durchgängig stark und meist völlig zerstörte Innere lässt 
u. a. hauptsächlich in Beziehung auf die Säulenhalle, welche oben 
ringsherum ging, der Phantasie freien Splfllfälflllll. An den Cirken möchte 
dieselbe besonders umständlich und prachtvoll gewesen sein. 
Die Theater sind den griechischen im Wesentlichen nachgebil- 
det, nur dass die Orchestra, d. h. der jetzt hnlbrunde mittlere Platz, 
nicht mehr den Bewegungen des Chores diente, sondern zu einer Art 
von Parterre eingerichtet wurde. In Rom ist von dem Theater desa 
Pompejus nur noch die Richtung des IIalbrunds in den Gassen 
rechts neben S. Andrea della Valle kenntlich; dabei ersieht man aus 
dem marmornen Stadtplan des III. Jahrhunderts, dessen Reste an der 
Treppe des Museo capitolino eingemauert sind, dass die Scena auf 
das Reichste mit Siiulenstellungen geschmückt war, und aus ander- 
weitigen Nachrichten, dass oben auf dem Umgang des Theaters ein 
Venustempcl stand.  Von dem hIarcellus-Theater ist dagegenb 
noch ein herrlicher Rest des Aussenbaues vorhanden, nämlich ein Thcil 
der dorisch-toscanischen Ordnung, Welche hier in Säule und Gebälk 
dem echten Dorischen noch nahe steht, und ein Theil der ionischen, 
ebenfalls noch von verhältnissmässig reiner Bildung.  Im übrigen 
Italien hat fast jede alte Stadt irgend einen Thcaterrest aufzuweisen, 
allein meist in formloscr Gestalt. Das kleine artige Theater von Tu s- e 
culum (über Frascati) hat noch sein ziemlich wohlerhaltenes Inneres, 
Während in Pompeji vom 'I'heater und von dem daneben liegendend
        

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