Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071897
Kaiser-Form. 
Basilica. Ulpia. 
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nicht genügt haben und ist wohl eher als Halle zu einem besondern 
Zweck zu betrachten. 
Von den Kaiser-Fora, d. h. den Gerichts- und Gesehäftshallcn, 
welche die Kaiser in der nächsten Umgebung des Forum romanum 
anlegten, ist in Resten und Nachrichten gerade so viel erhalten, dass 
die Phantasie sich ein ungefähres Bild davon entwerfen kann. Es 
waren grosse mit Hallen umzogene Plätze, welche Tempel, Basiliken 
und Wahrscheinlich auch eine Anzahl anderer Locale enthielten, nebst 
einem gewiss reichen Schmuck von Statuen, Springbrunnen u. dgl., 
ohne welche keine Anlage aus dieser Zeit denkbar ist. Von freiem 
Oberbau sind mit Ausnahme der riesigen Umfangsmauer am FOYIIHIa 
Augusti nur die sog. Colonnacce zu erwähnen, zwei vortretende b 
Säulen nebst vortretendem Gebälk und Attica, wahrscheinlich von der 
Eingangshalle des Forum Nervac; alles von prächtig iiberreicher For- 
mation, namentlich das untere Kranzgesimse, dessen Motiv schon un- 
deutlich wirkt, wie alle vegetabilisehen Zierrathen, die sich von der 
einfachen Palmett-e und dem Akanthus zu weit entfernen. An den 
vertretenden Stücken der Attica sind Nietlöcher, wahrscheinlich fiir 
eherne Ornamente zu bemerken. WVären die untern Enden der Säulen 
nicht summt den Piedestalen in der Erde versteckt, so würde dieses 
Beispiel vertretender Säulen das bedeutendste unter den in Italien vor- 
handenen sein. 
Von den einzelnen Gebäuden innerhalb der Fora wurde der 'I'einpel 
des rächenden Mars schon laeschricben. Von den Basiliken ist nur 
eine, allerdings die Wichtigste, zum Theil aufgedeckt: die Basilicac 
Ulpia, welche das Hauptgebäude des einst überaus prachtvollen F0- 
rum Trajani ausmachte. Sie War ein funfschitiigei- Bau, mit unbedeck- 
tem Mittelschiff; die jetzt, zum '.l'heil auf den urprünglichen Basen, 
aufgestellten Granitsäulen gehörten wahrscheinlich nur einem geringeru 
Gebäude dieses Forums an, während die Basilica auf kostbaren Mar- 
morsäulen ruhte. Die beiden Enden des Baues, jetzt unter den Stmssen 
vergraben, hatten ebenfalls jedes seine Saulenreihe; am hinterm Ende 
fülgte auf dieselbe das Tribunal, hier eine grosse, halbruude, pracht- 
voll geschmückte Nische. Die Tkajanssäule, welche so wenig als die 
Obelisken allein stehen sollte, war mit in diese Riesencomposition auf- 
genommen und von drei Seiten, nämlich von der Nordwand der Ba-
        

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