Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071872
Aquäducte.  
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Das Bild des römischen Thorbaues in seiner imposuntesten Ge- 
stalt vervollständigt sich erst aus einer sehr späten Nachahmung, etwa. 
des VI. Jahrhunderts, nämlich der Ports. Nigra. zu Trier. Nuru 
hier sieht man, welcher Ausbildung der Doppeldnrchgang, zum breiten 
Bau mit zwei durchsichtigen Obergeschossen vertieft und. mit zwei 
halbrunden "Vorbauten nach aussen bereichert, fähig war. Auch sonst 
enthält das alte Gallien stattlichere Thore als das römische Italien. 
Die einfachsten Nutzbauten nehmen unter römischen Händen 
wenn nicht einen künstlerischen, doch immer einen monumentalen Cha- 
rakter an. Das Princip, von allem Ariang an so tüchtig und solid als 
möglich zu bauen, deutet auf einen Gedanken ewiger Dauer hin, dessen 
sich unsere Zeit bei ihren kolossalsten Nutzbauten nicht rühmen kann, 
Weil sie in der 'l.'hat nur nbis auf Weiteres", mit Vorbehalt möglicher 
neuer Erfindungen und der betreffenden Veränderungen baut. Ihre 
Gebäude geben auch nur selten das echte Gefühl des Ueberflusses 
der Mittel, schon weil sie Werke der Speculation und der Soumission 
sind. Nach diesem Maassteb hört man bisweilen von Fremden in Rom 
z. B. die ungeheuern Aquii d ucte beurthcilen, welche die Cempagna 
durchziehen. Wozu von vornherein so viel XVasser nach Rom? und 
wenn es sein musste, warum nicht denselben Zweck mit einem Dritt- 
theil dieses Aufwandes erreichen? lEs wäre noch immer ein gutes 
Geschäft gewesen.  Hierauf lässt sich schlechterdings nichts Anderes 
erwiedern, als dass die YVeltgesehiehte einmal ein solches Volk hat 
haben wollen, das Allem was es that, den Stempel des Ewigen auf- 
zudriicken versuchte, so wie sie jetzt den Völkern wieder andere Auf- 
gaben vorlegt.  Übrigens war im alten Rom mit seinen 19 Wasser- 
leitungen in der That viel Wasser nverschwendet", d. h. zur herrlichsten 
Zier der ganzen Stadßin unzählige Fontainen vertheilt i) ; ein anderes Rie- 
Senquantum speiste die Thermen  ebenfalls ein Luxus, da die modernen 
Völker das "Baden im Ganzen für überflüssig erklärt haben. Nur 
in Betreff des Trinkwassers fangt man doch an, die Römer von Her- 
zen zu beneiden. Wie soll man es nennen, wenn eine Hauptstadt von 
1) Von 
welchen nur 
noch die 
50g. 
Meta sudans beim Colosseum kenntlich ist. Ü
        

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