Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071850
Janusbogen. 
Thore. 
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hier.  Im Mittelthor an den Pfosten bemerkt man Nietlöoher für 
bronzene Trophäen. 
Der räthselhafte J anusbogen, als ein Obdach für die Kaufleute a. 
des damaligen Forum boarium betrachtet, giebt sich seiner mächtigen 
Constmction zufolge eher als das Erdgeschoss eines Thurmes kund, 
welcher aus irgend einem wichtigen Grunde gerade hier stehen und 
doch den Verkehr nicht stören sollte. Seine äussere Bekleidung mit 
Reihen theils tiefer theils flacher Nischen mit halbrundem Abschluss 
ist eine kindisch rnüssige, die Formation aller Gesimse eine ganz lahme 
und leblose, für welche auch die späteste Kaiserzeit kaum schlecht 
genug ist. Um die fehlende Bekleidung mit vertretenden Säulchen und 
Giebelchen möchte es kaum Schade sein. 
Die Thore der Römer, siinnntlieh rundbogig, sind hier nur in so 
weit zu erwähnen, als sich in ihnen eine entschiedene künstlerische 
Absicht ausdrückt; das gewöhnliche Thor, als Glied der Stadtmauer 
gehört in das Gebiet der Alterthumskunde. Doch muss schon hier be- 
merkt werden, dass Wo es irgend anging, ein Doppelthor, für die 
Kommenden und für die Gehenden errichtet wurde. 
Sehr alterthümlich, obschon erst aus der Zeit des Augustus, ist die 
Decoration der Ports, Augusts in Perugia, ionische Pilaster anb 
der Attica und Schilde dazwischen. Die Ports. Marzia, deren Bogenc 
man in die Mauer des Castells derselben Stadt eingelassen sieht, könnte 
trotz ihres kindlichen imd desshalb für altetruskisch geltenden Aus- 
sehens gar wohl ein Bau der spätesten Kaiserzeit sein. 
Von den Thoi-en Roms haben nur sehr wenige, und diese nur 
den über sie gehenden Wasserleitungen zu Liebe den Umbauten des 
fünften und der folgenden Jahrhunderte entgehen können. Von höherm 
mßnumentalem Wertlie ist blass die Porta maggio re , ein (noch jetzt d 
hohes) Doppelthor mit drei Fensternisehen nebst Giebeln und Halbsiiulen 
innen und aussen I); der Oberbau besteht aus den Wänden der Aquä- 
ducte mit den Iusehriften.  
Ü Diese Säulenstellungcn neben und zwischen den Thorcn sind wohl nicht aus 
der Zeit des Claudius, sondern aus dem III. Jahrhundert, wie die Gapitäle 
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