Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071841
Architektur. 
Triumphbogen. 
spricht; auf diesem letztern fand sich die wirkungsreichste Stelle für 
ein decoratives Standbild. Der überaus reiche und prächtige Effect 
solcher Säulen, wenn man sich eine ganze Reihe derselben an einer 
Mauer fortlaufend denkt, lasst es wohl vergessen, dass der Zierrath 
ein rein willkürlicher ist und mit dem innern Organismus des Gebäu- 
des nichts zu schaffen hat; es ist die dem Auge angenehmste Bele- 
bung der Wand mit schönen, reichschattigen Einzelformen, die sich 
ersinnen lässt. Sie entstand, wie oben (Seite 23) bemerkt, sobald weite 
Intervalle mit Säulen decorirt werden mussten. Die vertretende Säule 
selbst erhielt hinter sich, bisweilen auch zu beiden Seiten, einen oder 
drei analog gebildete Pilaster zur Begleitung, welche die Wand an- 
genehm unterbrechen.  Am Severnsbogen sind allerdings die Details 
mit ermiidendem Reichthum und schon etwas lahm gebildet; auch 
stört die Inschrift, welche prahlerisch die ganze Breite der Attica 
einnimmt. Ehemals mochten die Statuen gefangener Partherkönige 
auf den Gesimsen der vier vertretenden Siiulen die Eintönigkeit eini- 
germassen aufheben. 
Das Ehrenthor, welches die Goldschmiede in Rom demselben 
a Kaiser und seinem Hause errichteten, ist ein Beleg dafür, wie unbedenk- 
lich und beliebig die Baukunst zu Anfang des III. Jahrhunderts mit 
ihren Formen wenigstens im Kleinen umging, indem sie dieselben mit 
Zierrathen aller Art anfiillte. Die Renaissance berief sich in der Folge 
bauf dergleichen.  Der Bogen des Gallienus_ ist im Gegensatze 
hiezu fast nüchtern einfach, kommt aber als Bau eines Privatmannes 
hier kaum in Betracht. 
c Es folgt der Bogen Constantins d. Gr., bekanntlich plastisch 
ausgestattet mit dem Raub von einem bei diesem Anlass zerstörten 
Bogen Trajans, der vielleicht, doch gewiss nicht durchgängig, auch 
als bauliches Vorbild diente und wohl auch manche einzelne Baustiieke 
bergab. Wenigstens contrastirt z. B. die Roheit des Obergesimses 
der Piedestale, das derbe Sichvorschieben des Architravs u. dgl. stark 
mit andern, viel bessern Details, z. B. mit den hier noch korinthischen 
C-apitäilcn. Über den vertretenden Gesimsen derselben finden sich noch 
die Statuen an ihrem ursprünglichen Platze, unseres Wissens das ein- 
zige erhaltene Beispiel. Es wäre interessant zu ermitteln, ob die runden 
Reliefs am untergegangenen Trajansbogen dieselbe Stelle einnahmen wie
        

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