Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071814
Ehrendenkmäler. 
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(Der Verfasser gesteht, keinen heidnischen Sareophag an der ursprüng- 
lichen Stelle gesehen zu haben.) Römisch-christliche Mausoleen werden 
an einer andern Stelle besprochen werden. 
Auf die Grabdenkmäler mögen die Eh ren d enk mäler am schick- 
lichsten folgen. Wir sehen einstweilen ab von den Ehrenstatuen, welche 
von hoher Basis herab die Plätze der Städte beherrschten (man ver- 
gleiche die Basen auf dem Forum von Pompeji, etc.) und beseitigen 
auch einige sehr entstellte Baulichkeiten: Das Denkmal des augu- a 
steischen Krieges gegen die Alpenvöllser zu Turbia. bei Monaco 
(jetzt bloss ein vierseitiger thurmartiger lilauerkern); die Trofei dib 
Marie, d. h. die einst plastisch geschmückte dreitheiligc Fronte eines 
Wasscrcastells der Aqua Julia in Rom (unweit hinter S. Maria mag- 
giore), u. dgl. m. Von den Säulen des Trajan und des Marec 
Aurel wird bei Anlass der Sölllptllr weiter die Rede sein; hier sind 
Sie zu erwähnen als sehr unglückliche Versuche, einer ungeheuern 
Masse bildlicher Darstellungen einen möglichst compendiöscn 'l'riiger 
oder Raum zu verschaffen. Die Säule musste hiezu ihrer Bestimmung, 
welche das Tragen eines Gebälkes ist, entfremdet und mit spiralför- 
migen, also fast Wagrechten Linien umgeben werden, die ihrem innern 
Sinn geradezu widersprechen; die so angebrachten Sculpturen aber 
geniesst auch das schärfste Auge nicht mehr. Doch muss man aner- 
kennen, dass Wenigstens das Capitäl sehr angemessen als blosser ver- 
zierter Siiulenabschluss, als Eehiuns mit Eierstab, nicht als Ueberlei- 
tung der Tragekraft gebildet ist. ("Die zwischen beiden Denkmälern 
zeitlich in der Mitte liegende Säule des Antoninus Pius bestand aus 
einem glatten Granitschaft, auf einem Marmorpiedestal mit Sculpturen, 
Welches letztere allein noch erhalten ist. Die Säule des Phocasil 
auf dem Forum mirdc von einem Gebäude des II. Jahrhunderts ge- 
raubt, um im VII. Jahrhundert als Ehrcndenkmal zu dienen; die Co-e 
luxnna rostrata des Duilius aber, in der untern Halle des Conserva- 
torenpalastes auf dem Capitol, unirdc im XVI. Jahrhundert der alten 
Inschrift zu Liebe aus der Phantasie hinzugesclxaifen.)
        

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