Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071776
Schicksal der Säulen etc. 
27 
Paläste scheint gewesen zu sein. 
in der Kirche Ara Celi zu Rom.) 
(Eine Anzahl 
Composita- Capitäle ß 
Weit die grüsste Anzahl erhaltener antiker Säulen, wohl in der 
Regel von Tempeln, findet man in den christlichen Basiliken Italiens, 
wo sie Mittelschiff und Vorhalle tragen, auch wohl auf alle Weise 
eingemauert stehen. Beim Sieg des Christentlnlms waren gewiss die 
heidnischen Tempel überall die ersten Gebäude, welche ihren Schmuck 
für die Kirchen hergeben mussten. Die ältern Basiliken, aus dem ersten 
christlichen Jahrtausend, da die Auswahl noch grösser war, ruhen in 
der Regel auf den ehemaligen Aussensiiulen von einem antiken Ge- 
bäude, welche sich desshalb gleich sind und identische Cnpitiile haben. 
(Glänzendes Beispiel: S. Sabina auf dem Aventin). Später war manb 
schon genöthigrt, Säulen von verschiedener Ordnung und Grüsse von 
Verschiedenen Gebäuden zusammen zu lesen, die einen zu kürzen, die 
ändern durch Untersätze zu verlängern und mit barbarisch nachge- 
ahmten Capitiilen nachzuhelfen.  So Wurden wohl die 'l'empel zu 
Kirchen umgewandelt, aber in einenrganz andern Sinne als man sieh 
ES Wohl vorstellt.  X-Vir zählen diese Bauten nicht hier auf, weil ihr 
Wesentliches Interesse eine andere Stelle in Anspruch nimmt und weil 
die Detailbildung, namentlich an den korinthisehen Säulen der Ba- 
Silikon ausserhalb Roms, selten oder nirgends so vollkommen rein und 
schön ist, dass sie schon hier als klassisch erwähnt zu werden verdiente. 
S0 gross nun der Verbrauch von Tempelsäulen für die Kirchen 
Sein mochte, so Weit man herkam, um in Rom Säulen zu holen I), so 
ist doch das gänzliche Verschwinden vieler Tausende derselben immer 
110011 eine unerkliirte 'l'hatsache. Rechne man hinzu die verlernen Ge- 
biilke, deren einzelne Theile doch, vom Architrav bis zum Kreuzge- 
simse, also oft in einem Durchmesser bis zu sechs Fuss, aus Einem 
Stück gealrbeitet wurden und sich, wenn sie noch da wären, bemerk- 
lich machen müssten. Neben den zwei Riesenfragmenten vom Son- 
 Bekanntlich geschah dies z. B. durch Carl den Grossen.  Noch im XII. Jahr- 
hundert hing es an einen: Haar, dass nicht für den Neubau von S. Dcnys 
bei Paris die Säulen fertig von Rom bezogen wurden.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.