Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071752
Tempel zu Pompeji. 
Rundtempel. 
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Säulen halb oder ganz zertrümmert sind; allein schon der Gedanke an 
das ehemalige Zusammenwirken der Tempel und ihrer Höfe mit Hallen 
und Wandnischen ergiebt einen grossen künstlerischen Genuss. (Tem- a 
Pel de1' Venus, des Mlercnr oder Romulus, der Isis.) Man kann siehb 
genau überzeugen, aus Welcher Entfernung der Baumeister seinen Tem- 
pel betrachtet wissen wollte, {und wie wenig ihm der perspectivi- 
sehe Reiz, der sich ja hier in so vielen Privathiiusern auf einer an- 
dern Stufe wiederholt, etwas Glcichgiiltiges war. (Von dem hübschen 
Fertunentenipel, welcher ohne Hof an einer Strassenecke frei heraus-e 
rügt, ist leider die Vorhalle ganz verschwniideil.) Allerdings zeigt sich 
nur weniges von Stein und fast nichts von Marmor, aber das Ziegelwerkl) 
ist fast durchgängig trefflich und der dick darauf getragene Mörtel und 
St-ucco von einer Art, welche den Neid aller jetzigen 'I'echniker erre- 
gen mag. Die Formen zeigen wohl oft, wie z. B. am Isistempel, eine d 
barocke Ausartung, doch mehr die untergeordneten als die wesentlichen. 
YVas die Hallen der Tempelhöfe (und der zum Verkehr bestimmten 
Räume überhaupt) betrifft, so vergesse man nicht, dass hier das Be- 
diirfniss weitere Zwischenräume zwischen den Säulen verlangte als man 
1111 der Säulenhalle des 'l'empels selbst gut heissen Würde, und dass 
hier wahrsheinlich schon die Griechen selbst mit dem vernünftigen Bei- 
Spiel vorangegangen Waren. Sich zum Sklaven einmal geheiligterBau- 
Verhältnisse zu machen, sieht ihnen am alllerwenigsten ähnlich. 
Von Rundtenlpeln mit umgebender korinthischer Siiulenhalle 
sind uns durch eine Gunst des Geschiekes zwei verhiiltnissmfissig gut 
erhaltene übrig geblieben, in welchen diese überaus reizende Bauform 
I10ch ihren ganzen Zauber ausspricht. Aus guter, vielleicht hadriani- 
Scher Zeit stammt der "Vestatempel zu Tivoli, Welcher nicht nure 
die meisten seiner eannelirten Säulen, sondern auch die schöne Decke 
des Umganges mit ihren Cassetten und das Meiste des Gebälkcs summt 
 Das so hübsch aussehende DOPUS Yeticlllahlln", Wach" m? und an 3:31:51: 
Rümerbauten überall vorkömmt  Schräg über einander liegende (äua  
sehe Backsteinemlen  wvar nicht bestimmt gesehen zu werden, 50" er" 
Mörtel zu tragen.
        

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