Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071741
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Architektur. 
Tempelfragmente. 
Pompeji- 
a liessen. An S. Paol 0 in Neapel stehen von der Oolonnade des Dies- 
kurentempels, die noch im XVII. Jahrhundert fast vollständig zu sehen 
1, wer, nur noch zwei korinthische Säulen. Den Dioskurentemlael 
in Cora. muss man aus zwei korinthisehen Säulen mit einem Gebälk- 
cstiicke ergänzen. Der grosse Fortunentempel von Pnlestrina 
ist mit all seinem Terrnssen- und TreppenWOrk von einem Theil des 
jetzigen Städtchens völlig übel-baut; ehemals vielleicht eine der präch- 
dtigsten Anlagen der alten Welt. Der Dom von 'l'erraeina ist in 
die 'l'riinnner eines korinthisehen  'l'e1npels, Wahrscheinlich des Ju- 
piter Anxur hineingebaut, von welchem noch der Unterbau und zwei 
Halbsäulen (hinten) eine bedeutende Idee geben. 
Vorzüglich durch die Anlage bedeutend ist der ebenfalls korinthi- 
esche Ilereulestempel zu BreseiaI; an einen Abhang gelehnt und 
desshalb mehr Breitbau als Tiefbau, ragt er mit seinen drei Cellen 
auf hohen Substructionen; der Porticus tritt in der Mitte um zwei 
Säulen vor, und an diesen X7orbau setzt dann die breite Treppe an. 
Von (len Säulen und den Mauern der (jetzt innen zum Museum be- 
nützten) Cellen ist so viel erhalten, dass das Auge mit dem grössten 
Vergnügen sich den ehemaligen, hochmalerischen Anblick des Ganzen 
vergegenwärtigcil kann. 
Von den Tempeln in Pompeji erhebt sich, seit- dem Verschwin- 
den des altdorischexi Ileraklestempels, keiner über ein bescheidenes 
Mnass; ihre Säulen, meist aus Ziegeln mit Stuccoüherzug, sind in so 
besehiidigtem Zustand auf unsere Zeit gekommen, dass bei mehreren 
fselbst die Ordnung zweifelhaft bleibt, der sie angehörten. Der Jupiter- 
tempel auf dem Forum hat noch Rest-e seiner korinthisehexi Vorhalle 
(ausser der schon erwähnten ionisehen Ordnung im Innern); allein das 
Material gestattete nicht diejenige freie und lebendige Durchbildung, 
welche das kerinthische Capitäl, das Lieblingskind des weissen Mar- 
mors, verlangt. Pompeji liefert hier, wie in mancher andern Bezie- 
hung, wichtige Aufschlüsse (lariiber, wie die Alten auch mit geringen 
Mitteln einen erfreulichen Anblick hervorzubringen wussten. Allerdings 
muss das Auge hier (wider Erwarten) gar Vieles restauriren, indem 
die vielleicht meistentheils hölzernen Gebiilke verselm-uinden und die
        

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