Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071734
Tempel des Antonln, Tempel zu Assisi. 
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sehen haben nicht mehr quadratische, sondern rautenförmige Cassetten, 
Welche mit denjenigen des Schiffes der Celle. in oHenbarer Disharmo- 
nie stehen, dennoch aber fortan kunstüblich wurden. 
Der Tempel des Antoninus und der Faustina, ein Bauil 
Marc Anrels, ist für diese Zeit ein sehr schönes Gebäude. Die Ci- 
polliusäulon sind zwar, um den prachtvollen Stoff ungestört wirken 
zu lassen, uncannelirt geblieben, tragen aber Capitäle, die bei einer 
fast totalen Entblätterung noch eine einst ganz edle Form ahnen lassen. 
Der Areliitrav ist nur noch zweitheilig, an der Unterseite mlissig (mit 
Mäandern) verziert; der Fries, soweit er erhalten ist, enthält treff- 
liche (ireife, Candelaber und Arabesken; das Obergesimse, statt der 
"Consolen mit einer weitvorragenden Hohlrinne versehen, ist noch ein- 
fach grossartig gebildet (nur an den Seiten sichtbar). Der Kernbau 
bestand wie beim 'I'e1npel des riiehenden Mars aus Quadern (hier von 
Peperin), welche mit Marmor-platten überzogen waren. 
Von den Gebäuden dieser Gattung ausserhalla Roms gehört der 
schöne Minerventempel von Assisi mit seiner vollständig erhalt-enenb 
seehssiiuligen Fronte noch in die bessere Zeit der koriiitliischeii Bau- 
ordnung; die Formen sind noch einfach und ziemlich rein, der Giebel 
niedrig. Auch hier sind zwichen den Säulen Stufen angelsrncht, welche 
den Säulen das Ansehen geben, als ständen sie auf Piedestalen. Und 
in der That hat man diesen Zwisehenstiicken der Basis ein beson- 
deres kleines Gesimse gegeben, Welches besagten Anschein noch er- 
höht. Allein an keinem einzigen Tempel haben die Säulen wirkliche 
Piedestale; diese entstehen erst, Wo weit auseinanderstehenrle Säulen 
zur Deeoration einer dazwischen liegenden Bauform, z. B. eines Bo- 
gens dienen müssen und doch, um anderweitiger Gründe willen, nur 
miissige Dimensionen haben dürfen, welchen man düICh einen Unter- 
satz naehzuhelfen genöthigi, ist. d 
Ansser den genannten Tempeln wird man noch an vielen iiltern 
Kirchen Italiens einzelne Säulen und Gebiilkstücke von 'l'empelruinen 
in die jetzige Mauer aufgenommen finden, allein sehr selten an ihrer 
echten alten Stelle und kaum irgendwo so, dass sich auf den ersten 
Anblick der ehemalige Organismus und seine Verhältnisse errnthen
        

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