Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071710
Tempel am Forum etc.; Tempel der Marciana. 
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verziert. Unvergleichlich in ihrer Art ist die Innensicht der Decke des 
Porticus; die Querbalken mit einfacher Mäander-Verzierung, die Cas- 
setten dagegen mit reichprofilirter Vertiefung, aus welcher mächtige 
Rosetten niederschuuen. 
Es folgen die drei Säulen am Forum, früher als 'l'e1npel1 
"des Jupiter Stator, jetzt bis auf WVeiteres als 'l'en1pc1 der Minerva 
Üßllanntl). Die Capitiile sind noch immer schön, doch nicht mehr vüll 
418m Lebensgefühl durchdrungen wie die oben erwähnten; der Archi- 
trav hat schon eine stark verzierte Untenseite und im mittlern seiner 
drei Bänder eine Bliitterreihe. Die obern 'l'heile des Gebälkes dage- 
gen verdienen ihren Ruf vollständig. 
Zu rein fiir die Zeit des Restaurators Septimius Severus und zu 
unrein für das Jahr der ursprünglichen Erbauung (12 v. Ch.) sind die 
drei Säulen am Abhang des Capitols gebildet, welche dich 
Ecke des Saturnstempels ausmachten. (Früher als Jupiter tonans be- 
nannt). Die Capitiile sind noch sehr schön, haben aber bereits eine 
Blätterverzierung an der Deckplatte, deren Function nur ein einfaches 
Proiil verlangt und erträgt. An der Vorderseite ist, wie bei mehrern 
Kaiserbautcn, der Organismus des Gebälkes einer grossen Inschrift 
aufgeopfert, mit welcher moderne Baumeister Aehnliches zu rechtfer- 
tigen glaubten.  Zwischen den Säulen sind, der steilen Lage wegen, 
Stufen angebracht, die den Anschein eines Piedestals hervorbringen. 
Schon eine beträchtliche Stufe niedriger steht der Tempel der 
Schwester Trajavis, M arcinn a, die jetzige römische Dogana di terrn 3) ; c 
der Architrav ist bloss ziveitheilig, der Fries convex, das Zwischen- 
glied zwischen beiden sehr schwer, die Untenseite des Arehitravs mit 
nichtssagenden Ornamenten bedeckt. (Das Obergesimse scheint der- 
masscn modern überarbeitet, dass wir kein Ultheil darüber haben. Die 
Ansicht von der Seite, den eilf Säulen entlang, ist belehrend für die 
1) Die nllerneusle Benennung: T. des Castor und Pollux. 
2) Früher hiess das Gebäude: 'l'e1npel des Antoninus Pius, und wäre demnach 
etwa unter Marc Aurel erbaut gewesen. Ich kenne die archäologischen Gründe 
für die jetzige Benennung nicht, glaube aber, dass die frühere besser zum 
Slyl des Gebäudes passte. Für Trajarfs Zeit sind die Formen W011i Schön 
Zu (lau und ausgeartet. Vielleicht wurde der Tempel wohl zur Ehre Mar- 
cianaßs, aber erst lange nach ihrem Tode gebaut.
        

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