Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1075569
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Villen und Gärten. 
Eine Menge kleinerer Villen verdanken einen bisweilen unbe- 
schreiblichen Reiz wesentlich ihrer Lage und Aussicht. (Die ruinirte 
aVigna Barberini bei S. Spirito; die ebenfalls ganz vernachlässigte 
Villa Spada hinter der Aequa Paolina, nebst den übrigen Villen des 
b Janieulus; Villa. Spada oder Mills auf dem Palatin, deren erbiirmliches 
jetziges Casino diese Stelle nicht ewig verunzieren wird; der Garten 
der Passionisten auf dem Coelius u. a. m). Andere, auch in wenig 
bevorzugter Lage, enthalten doch einzelne Elemente von grossem 
Reiz oder erwecken durch ihren Charakter dieselbe Stimmung, welche 
jene grössern und berühmtern Anlagen hervorrufen. (Mehrere ganz 
canspruchlose an der Strasse von den Dioeletiansthermen nach Porta. 
S. Lorenzo, andere an der Strasse von S. Maria maggiore nach dem 
dLateran; in der Nahe des letztern Villa. Massnui und Villa Altieri, 
letztere mit schönenLaubgiingen und einer grossen Pinie, sowie auch 
Villa Wolkonski, deren Hauptwirkung auf den Trümmern des Aquit- 
dilctes beruht.) 
Nicht eine Anlage, sondern nur ein wonnevoller Ort war der 
eOypi-essenliain der Villa Poniatowski, nutzlos dem Boden eben 
gemacht im Jahr 1849. Die Baumfeindschaft ist im heutigen Italien 
ein populärer Zug. 
Von den neapolitanischen Villen reicht keine bedeutende 
über das vorige Jahrhundert hinauf. Die zum Theil altern Anlagen 
auf dem Vomcro sind im Gartenstyl den römischen auf keine Weise 
fzu vergleichen, auch ganz wasserlos, allein so gelegen, dass die Aus- 
g sieht auch die präehtigste Einrahmung würde vergessen machen. Flo- 
ridiana ist völlig modern, Belvedere zum Theil; Villa Patrizi 
und Villa Rieoiartli (diese mit doppeltem Blick, gegen das Meer 
und gegen Camaldoli) sind älter; die traumhafte Herrlichkeit der Aus- 
sicht haben sie mit dem ganzen Höhenzug gemein. Von den Bour- 
hbonenvillen des vorigen Jahrhunderts-nimmt der Park von Caserta, 
nicht durch Aussicht, allein durch die Anlage, den ersten Rang ein. 
Ausserdem Capodimonte, Quisisana bei Castellamare, Portici u. s. w- 
i- Als moderne Gründung ist der hintere Theil der Villa reale in 
Neapel seiner vielartigen tropischen Vegetation gemäss mit Recht in 
landschaftliehem, nicht in architektonischem Sinne angelegt.
        

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