Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071702
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Architektur. 
Tempel der Penaten, des Mars Ultor. 
Weise ein; es entsteht eine doppelt bedingte Ourvc, die das Auge nicht 
erträgt, sobald es sie bemerkt hat. 
Nachbildungen des Pantheon können nicht gefehlt haben, und viel- 
leicht wussten die römischen Nachahmer besser als Biauchi, der S. Fran- 
ccsco di Paola. zu Neapel stückweise nach diesem Muster baute, auf 
Was es im Wesentlichen ankam, nämlich auf die Einheit des Lichtes. 
aDer runde Vorbau von SS. Cosma e Damiano am Forum ist ein anti- 
ker Tempel (wahrscheinlich der Penaten) mit ehemals reinem 
Oberlicht, aber kaum mehr kenntlich durch hohe Auffüllung im Innern 
(Welche wahrscheinlich das scharfe Echo in der Mitte hervorgebracht 
hat) und durch eine im Mittelalter aus antiken Fragmenten an will- 
kürlichcr Stelle eingesetzte Thür. Von Thermenräumeil u. dgl. mit 
Oberlicht wird weiter die Rede sein. 
Der Ansatz der geradlinigen Vorhalle an den Rundbau ist an sich 
betrachtet immer disharmonisch und das Panthcon (lürfte nicht als 
entschuldigendes Beispiel gelten, Weil die Vorhalle erst ein späterer 
Gedanke, ein Pentimento ist, Weil zwischen dem Rundbau und ihr 
die Bestimmung des Gebäudes verändert wurde. XVir werden sehen, 
wie bei spätem Gebäuden dieser Gegensatz aufgelöst und versöhnt 
wurde. 
Die überwiegende Mehrzahl der römischen Tempel ist oder war, 
wie bemerkt, von der länglich viereckigen Art. An den vorhandenen 
Fragmenten soll hier nur das künstlerisch Bemerkenswerthe hervor- 
gehoben werden. 
b Weit der edelste Bau dieser Art ist der Tempel des Mars Ultor, 
welchen Augustus nach dem Siege über Antonius an der Rückwand 
seines Forums erriehtetef Seine Mauern waren nicht aus Ziegeln, son- 
dern aus mächtigen Travertinblöeken construirt mit einer Mannorbe- 
kleidung, von welcher noch der Sockel und einige der weitern Schichten 
erhalten sind. Die drei erhaltenen Säulen bestehen glücklicher Weise 
nicht aus Granit, sondern aus Marmor und sind von mustergültiger 
Cannelirung, ihre Capitäle trotz aller Entbläitterung noch von über- 
rasehender Schönheit. Vom Gebälk ist nur der Architrav erhalten, 
der schönste aller römischen Bauten, an der Untenseite mit Recht un-
        

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