Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1075472
Stadttreppen. 
Brunnen. 
Wahl der Bauplätze. 
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sen entspringen und legte das Becken in die Tiefe, als einen See. 
Die Seulpturen und die das Ganze absehliessende Palastfassade sind 
wohl blosse Decorationen, letztere aber mit dem triumphbogenartigen 
Vertreten ihres Mittelbaues, wodurch Neptun als Sieger verherrlicht 
wird, giebt doch dem Ganzen eine Ileltilng und Bedeutung, welche 
jenen beiden andern Brunnen fehlt. 
Die Brunnen auf öffkrntlichen Plätzen und in Gärten (s. unten) 
haben meist sehr barocke und schwere Schalen (Berninfs Bar-a 
caceia, auf dem spanischen Platz etc.) Doch giebt es einige, in 
welchen die einfache Architektur mit dem springenden und ablaufen- 
den Wasser ein vortreffliches Ganzes ausmacht; so die beiden unver- 
gleichlichen Idontainen vor S. Peter (von M ad er n a), diejenigen im vor- b 
dern grossen Hof des Vaticnns, im Hof des Palastes von Monte Glor- 
dano u. s. w. Von solchen, deren Hanptwerth auf plastischen Zuthaten 
beruht, wird bei Anlass der Seulptui- die Rede sein. 
Endlich ein Vorzug, wjonach die bessern Baumeister aller Zeiten 
gestrcbt haben, der aber damals besonders häufig erreicht wurde. 
Schon abgesehen von den pcrspectivischen Reizmitteln am Ge- 
bäude selbst ist nämlich anzuerkennen, dass der Barockstyl sehr auf 
eine gute WVahl des Bauplatzes achtete. In tausend Fällen 
musste man natürlich vorlieb nehmen mit dem Raum , auf welchem 
eine frühere Kirche, ein früherer Palast wohl oder übel gestanden 
hatte. Wo aber die Blöglichkeit gegeben war, da wurden auch be- 
deutende Opfer nicht gescheut, um ein Gebäude so zu stellen, dass 
es sich gut ausnahm. Man wird z. B. in Rom bemerken, wie oft die 
Kirchen den Schluss und Prospecteincr Strasse bilden; W ie vorsich- 
tig die Jesuiten den Platz vor S. Ignazio so arrangirt haben, dass erc 
ihrer Fassade zuträglich war; wie Vieles geschehen musste, um der 
Chorseite von S. ltilaria maggiore die Wirkung zu sichern, die sie jetztd 
(wahrlich nicht Styleshalirer) ausübty wie geschickt die Ripetta 
(1707) zu der schon früher vorhandenen Fronte von S. Girolanio hinzu- e 
geordnet ist u. dgl. m. Auch in dem engen Neapel hat man um je- 
den Preis den wichtigem Kirchen freie Vorpliitze geschaffen, ja selbst 
in Genua. Der Hochbau wird selbst bei geringen Kirchen da ange-
        

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