Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1075462
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Der Barockstyl. 
Die Gesimse machen nicht selten einen phantastischen Über- 
gang zu den gemalten Gewölben, durch barocke Steigerung, Schwin- 
gung und Unterbrechung; die Stuccoüguren, welche aus ihrem Laub- 
werk hervorkommen, werden schon in die am Gewölbe gemalte Hand- 
lung gleichsam mit hineingezogen. WVeit das Bedeutendste dieser Art 
asind die von Pietro da Cortona. angegebenen Gesimse in den von 
ihm gemalten Sälen des Pal. Pitti zu Florenz. XVenn diese ganze 
Decorationsiveise ein Irrthum ist, so wird wohl nie ein Künstler mit 
grösserer Sicherheit geirrt haben. Andere Rahmen als diese Gesimse 
darbieten, lassen sich zu diesen hialcreien gar nicht ersinnen. 
Wie die damalige Baugesinnung im Grossen zu rechnen gewohnt 
war, zeigt sich besonders an einigen Bauten in Rom, Welche ausser- 
halb Italiens und vollends in unserm Jahrhundert kaum denkbar 
Wären. Die Architekten mögen sich z. B. fragen, in welcher Form 
bgegenwärtig eine grosse 'l'reppe von Trinita de' Monti nach dem spa- 
nischen Platz hinab angelegt werden würde? und ob man es wohl 
Wagen würde, Rampen und Absätze anders als in rechten WVmkeln 
an einander zu setzen? Speechi und De Santis, Welche (1721 
bis 1'125) die jetzt vorhandene 'l'rcppe bauten, wechselten beneidens- 
Werth leichtsinnig mit Rampen und Absätzen der verschiedensten Grade 
und Formen und sparten die interessantem Partien, xiämlich die Ter- 
rassen, für die obern Stockrverkel). Sie fanden eine Vorarbeit in 
c der 1707 erbauten Ripetta, Welche vielleicht praktischer, aber nicht 
leicht malerischer hätte angelegt werden können.  YYiederum eine 
d ganz einzige Aufgabe gewährte Fontana di Trevi. Einst hatten 
Doinenico Fontana die Acqua Felicc bei den Dioeletiansthernmen, Gio- 
vanni Fontana die Acqna Paolina aus geistlos decorirten eolossalen 
Wänden mit Nischen herxrorströmen lassen und dem Wasser erhöhte 
Becken gegeben. Niccolö Salvi dagegen ersetzte das Architekto- 
nische durch das Malerische; um das VVQSSQI" in allen möglichen 
Funetionen und Strömungsarten und doch überall mächtig (nicht in 
kleinlichen Künsten) zu zeigen, liess er es aus einer Gruppe von Fel- 
 Auf diese Woise liess 
der Treppe (aufwärts 
sich auch am ehesten die bedx 
nach links) verdecken. 
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