Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1075412
Altäre. 
Klöster. 
Hallen. 
391 
Wer würdige, bequem geordnete Räume gerne besucht, wird in 
den Capitelsälen, Refectorien und Sacristeien dieser Klöster sein Ge- 
nüge finden; das eichene, oft geschnitzte Getäfel der untern Theile 
der Wand, die hoch angebrachten Fenster, die Stuecaturen und die 
bisweilen werthvollcn, oft brillanten Fresken der gewölbten Decke 
und des obern Thciles der lWauern geben den Eindruck eines Gau- 
zen, welches in dieser Einfachheit, Fülle und Gleichartigkeit nur 
einer Wohlgesicherten Corporation und zivar nur einer geistlichen 
angehören kann. Die Corridore sind gewaltig hoch und breit, die 
Treppen geben oft denjenigen der grössten Paläste nichts nach. 
Die Hallen der Höfe unterliegen, wie der meiste Hallenbau die- 
ser Zeit, einer öden, intercsselosen Pfeilerbildung; auch zeigt ihre 
übergrosse Einfachheit, dass ihnen lange nicht mehr derjenige WVerth 
beigelegt Wird, wie zur Zeit der Renaissance. Indess giebt es ein- 
zelne höchst glänzende Ausnahmen; und zwar sind es die wenigen 
Fälle, da der Baroekstyl sich entschloss, Bogen auf Säulen zu setzen. 
Im Einklang mit den übrigen Dimensionen wurden die Bogen gross 
und Weit, mussten daher auf je zwei mit einem Gebälkstücke ver- 
bundene Siiulen zu ruhen kommen (S. 377, e). Wir fanden diese IIal- 
lenform bereits in dem herrlichen Universität-sgebiiude zu Genua (S. 
353, e); ein anderes Beispiel, ebenfalls ein früheres Jesuitencollegium, 
ist der Hof der Brei-a in Mailand, einer der mächtigsten des ganzena 
Styles, von Richini; mit der Doppeltreppe und den zahlreichen 
Denkmälern des untern und des obern Portieus einer der ersten gross- 
artig südlichen Baueindrücke, welche den vom Norden Kommenden 
erwarten.  
An den Palästen dieser Zeit ist, was zunächst die Fassaden 
anbelangt, das Gute nicht neu und das Neue nicht gut. Die bessern 
von denjenigen, welche nur die 'l'raditi0nen aus der Zeit des Senso- 
vino, Vignolu, Alessi und Palladio Wiederholen, sind zum Theil schon 
bei Anlass dieser ihrer Vorbilder genannt worden.
        

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