Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071691
Das Pantheon. 
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messer, gewiss an sich kein durchgehendes Gesetz der Kunst 1), Wirkt 
doch hier als geheimnissvoller Reiz mit.  Im Einzelnen aber möchte 
die Gliederung der Wand durch abwechselnd halbrunde und viereckige 
Nischen fast das einzige sein, was von Agrippaais Bau noch übrig ist. 
Die Säulen und Pilaster dieser Nischen tragen zwar Capitäle von grosser 
Schönheit, doch nicht mehr von so vollendet reiner Bildung wie die 
der Vorhalle; auch die allzureiche, neunfache Oannelirung der Pilaster 
deutet wohl auf eine jener Restaurationen, deren von Domitian bis 
auf Caracalla mehrere erwähnt werden. Die beiden G-esimse, das 
obere und das untere, haben ihrer Einfachheit wegen noch eher An- 
spruch auf die Zeit Agrippzüs, obwohl der Porphyrfries Einiges zu 
denken giebt. Entschieden spät, vielleicht aus der Zeit des Septimius 
Severus, sind die Säulen und Giebel der Altäre, wenn auch schon ur- 
sprünglich ähnliche an ihrer Stelle standen, als entsprechender Contrast 
zu den Nischen, wie es der römische Bausinn verlangte. Aus welcher 
Zeit die Bekleidung der untern Wandflächen mit Streifen und Rundflä- 
ehen verschiedenfarbiger Steine herrühren mag, lässt sich schwer ent- 
scheiden; man hat sie z. B._in der Madeleine zu Paris etwas zu ver- 
trauensvoll nachgeahmt. Die jetzige Bekleidung der Wandfläche des 
obern Stockes ist notorisch erst aus dem vorigen Iahrhundert; die 
ältern Abbildungen zeigen dort eine Pilastcrreihe, als natürliche und 
wohlthuende Fortsetzung des Organismus im untern Stockwerk 2). End- 
lieh sind die Cassetten ihres jedenfalls prächtigen Metallschmuckcs 
beraubt, doch auch noch in ihrer jetzigen Leere und Farblosigkeit 
von grosser WVirkung. Die Verschiebung ihrer Tiefe ziach oben zu 
erscheint mßspriinglich. Wer füllt aber das flache Rund, welches das 
Fenster umgiebt, mit den wahren alten Formen aus? Hier war für 
die ernste, monumentale Decoration der Anlass zur meisterlichsten 
Schöpfung gegeben.  Zum Beschluss machen wir noch auf eine Dis- 
harmonie aufmerksam, Welche schon dem Baumeister Agrippais zur 
Last fallt. Die Thürnisehe und, ihr gegenüber, die Altarnisclie mit 
ihren runden Wölbungexi schneiden in das ganze Rund auf eine üble 
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1) Und an gglhisulxen Kathedralen, 1,1119 im voykummt, olme Zwexfmel nur Sao.  
des Zufalls.  h. i;    -  
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2) Wo (und wie dle Karyatxden anavbfilßlll.Warfnvllonnzäkäannt   
sehe (im Bruccio nuovo) eine sein soll, ISI gwlllic u 
        

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