Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1075270
Thürme. 
Kuppeln. 
Basiltken. 
Griech. Kreuz. 
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nommene Gliederung auf Mauermassen und Pfeilerbau berechnet, 
wobei Säulen nur als Vorgesetzter Schmuck zur Anwendung kamen, 
nicht nur verabscheute man jetzt im Ganzen die Bogenstellungen auf 
Säulen, sondern auch das Raumgefiihl des Barockstyls fand bei engen 
Intervallen jeglicher A11; seine Rechnung nicht mehr. Dennoch ge- 
hören gerade die paar Basiliken zu den bessern Gebäuden des Styles; 
die Gerolomini (oder S. Filippo) in Neapel (von Giobatt. Cavagnia 
1597); die Annunziata in Genua (von Giac. della Porta), beib 
Welcher man sich durch die schwere Vergoldung und Bemalung des 
Oberbaues nicht darf irre machen lassen, u. a. m. In S. Siro und inc 
Madonna. delle Vigne zu Genua (1576 und 1586) stehen je zwei Siiu- 
len zusammen, wobei der Baumeister durch Anbringung eines Gebälk- 
stückes und durch grössere Zwischenweiten sein Gewissen beruhigen 
konnte; ein Motiv das damals auch bei allen Säiulenhöfen befolgt oder 
Wenigstens verlangt wurde. 
Sodann musste das griechische Kreuz, wie Bramante es für 
S. Peter laeabsichtigt, Michelangelo schon so viel als durchgesetzt 
hatte, einen grossen Eindruck auf alle Architekten machen. Mehr als 
ein halbes Jahrhundert hindurch (bis 1605) wusste man von nichts 
Anderem, als dass diese Kirche aller Kirchen ein griechisches Kreuz 
werden und bleiben solle, Welches von seiner Kuppel nach allen 
Seiten hin beherrscht worden wäre. In dieser Gestalt kannten die 
grossen Baumeister von 1550-1600 S. Peter; auch wir können uns 
den Eindruck vergegenwärtigen, sobald wir uns innen an das eine 
Ende des Querbaues stellen, oder aussen in die Gegend neben der 
Sacristei.  Damals entlehnte hier Galeazzo Alessi, wie wir 
sahen (S. 351), die Grundform für seine Madonna di Carignano; spä- 
ter, nach 1596 , wurde die hladonna della Ghiara in Reg gio ent-d 
werfen, deren schönes Innere nur durch die vollständige Bemalung 
der Gewölbe und Kuppel über dem hellfarbigen Unterbau schwer er- 
scheint. Beide Gebäude schliessen allerdings nicht in halbrunden, 
sondern in lauter geradlinigen Fassaden, letzteres mit Ausnahme des 
Chores. In Rom ist das Innere von S. Carlo a' Catinari (1612, von e 
Rosati) ein schöner Bau dieser Art. Noch in ganz späten Re- 
dactionen, wie S. Agnese in Piazza navona zu Rom (Inneres von 
Carlo Rinaldi) und S. Alessandro in Zebedia zu Mailand wirktf
        

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