Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1075162
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Der Barockstyl. 
nungen von ihm, theils wie gesagt mit Nachahmung seiner Bauten 
wurden eine ganze Anzahl von Villen und Palästen errichtet, bis die 
französische Invasion den Wohlstand der venezianischen Landstadt tief 
a erschütterte. Dahin gehört Pal. Cordellina, jetzige Senola elementare etc., 
mit schöner Doppelordnung an der Fassade und im Hof, um 1750 von 
1, Calderari erbaut; Pal. Losco am Corso, mit nur zu zahmer Rustica 
am Erdgeschoss u. A. m. 
c In Verona sind die Dogana (1753, von Pompei) und das Museo 
dlapidario (17455 von demselben) sehr unmittelbare Zeugnisse der Be- 
geisterung für den pallarlian. IIallenbau mit geraden Gebälkeil und 
eecht antiken Intervallen; S. Sebastiuno (von unbekanntem Urheber) ist 
ein relativ classisches Gebäude aus der Zeit, da sonst überall der 
fBnrockstyl herrschte.  In Brescia der Hof des Pal. Martinengo. 
Wir hören mit den 1580er Jahren auf, die Künstler einzeln zu 
charakterisiren. Statt dessen mag hier ein Gesammtbild des seitdem 
aufgekommenen Barockstyls folgen, so gut wir es zu geben im 
Stande sind. 
Man wird fragen: wie es nur einem Freunde reiner Kunstgestal- 
tungen zuzumuthen sei, sich in diese ausgearteten Formen zu versen- 
ken, über welche die neuere Welt schon längst den Stab gebrochen? 
Und woher man nur bei der grosseix Menge des Guten in Italien Zeit 
und Stimmung nehmen solle, um auch an diesen späten Steinmassen 
einige mögliche Vorzüge zu entdecken? Hierauf ist zu antworten, 
wie folgt. Wer Italien nur durchiliegt, hat vollkommen recht, wenn 
er sich auf das Allerbeste beschränkt. Für diejenigen, welche sich 
einige Zeit gönnen, ist es bald kein Geheimniss mehr, dass der Ge- 
nuss hier bei weitem nicht bloss in dem Anschauen vollkommener 
Formen, sondern grösserntheils in einem Mitleben der italienischen 
Culturgeschichte besteht, welches die schönem Zeiten verzieht, aber 
keine Epoche ganz aussehliesst. Nun ist es nicht unsere Schuld, dass 
der Barockstyl ganz unverhiiltnissmässig vorherrscht und im Grossen 
den äussern Eindruck wesentlich bedingt, dass Rom, Neapel, Turin
        

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