Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1075088
358 
Architektur von 1540 bis 1580. 
Acht zu lassen, dass er das Werk eines Dilettanten aus Palladioüa 
Zeit ist (des Marcantonio Tiene) und sich in der Hofhalle deutlich 
als solches verräth. Palladio selbst hat an Palästen sowohl als, wie 
wir sehen werden, an Kirchen fast immer nur Eine Ordnung ange- 
wandt, mochten es Pilaster, Halbsäulen oder freistehende Säulen sein, 
mochten sie einer oder zweien Fensterreihen zur Einfassung dienen; 
das Erdgeschoss behandelte er nur als Basis, mit derber Rustice. Die 
Wenigern Formen konnten um so grösser und grossartiger gebildet 
werden. 
a Mit zwei Ordnungen versah er in Viceuza nur den Pal. Barba- 
rano und den Pal. Chieregati. Ersterer, vom Jahr 1570, ist sein reichst- 
verziertes Gebäude, nicht ohne Rücksicht auf die etwas enge Gasse 
so entworfen. (Von dem Obergeschoss entlehnte Scamozzi sein Motiv 
für dasjenige der Proeurazien in Venedig, S. 327, a). Eine gewölbte 
Säulenhalle führt in den Hof, dessen einer ausgeführter Flügel das 
Lieblingsmotiv Palladids aufweisst: eine obere und untere Halle mit 
enger Säulenstelltmg und geraden Gebiilken, Alles nur Backstein und 
bMörtel.  Zu Pal. Chieregati (vor 1566, einem seiner schönsten Ge- 
danken, könnte er durch das Septizoniuni Severi angeregt worden sein; 
die Fassade besteht mit Ausnahme des mittlern Theiles des Oberge- 
schosses aus lichten Siiulenhallen, einer dorischen und einer ionisehen, 
erstere mit steinernen, letztere mit hölzernen Gebälken; nach dem 
(unvollendeten) Hofbau hin eine grossartige Loggia; das Bewohnbare 
verhältnissmtissig sehr gering. (Jetzt Eigenthum der Stadt.) 
Unter den Palästen mit Einer Ordnung ist wohl der schönste Pal. 
ßMarcantonio Tiene 1556, jetzige Dogana, ausgezeichnet durch die nur 
unvollständig ausgeführte Säulenhalle des Hofes, welche sich über 
einer Rusticahalle erhebt. (Der Hinterbau, gegen Pal. Barbarano, von 
dhiibseher Friihrenaissance.)  Pal. Porto (1552), ion. Ordnung, mit einer 
Attica, welche die Fenster eines obern Stockwerkes enthält.  Pal. Val- 
e marana, zwischen den Composita-Pilastern (1566) je ein oberes und ein 
unteres Fenster, über letzterm ein Relief; eine dritte Fensterreihe in 
der Attiea; kein glückliches Ganzes. Vom Hinter-hau nur eine untere 
ionische Halle ausgeführt. (Ein zweiter Pal. Valmarana, unweit Pal. 
Chieregati, ist ganz unbedeutend.)  Pal. Sehio, die Loggia in einem 
Garten Valniarana und andere Gebäude hat Verfasser dieses nicht ge-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.