Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1075078
Palladio. 
Basilica. 
Privatpaläste. 
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in bescheidenen Dimensionen grossartig gedacht, mit vollkommener 
Consequenz durchgeführt und alle von einander unabhängig sind. 
Palladids erstes grosses Gebäude war die sog. Basilica iua 
Vieenza, d. h. die Umbauung des mittelalterlichen Palazzo della. ra- 
gione mit zwei ringsumgehendexi Stockwerken von offenen Bogenhallen, 
wobei er auf die Wandeintheilung (Fenster u. dgl.) des alten Baues 
eine lästige Rücksicht zu nehmen hatte. Gleichwohl  und trotz 
einzelnen empündlichen Ungeschicklichkeiten seines eigenen Details 
 kam eines der grossartigsten Werke des XVI. Jahrhunderts zu 
Stande, das z. B. in Venedig Sansovins Biblioteca vollkommen in den 
Schatten stellen würde. Ernst und in hohem Grade monumental, wie 
es sich für ein öHentlichcs Gebäude ziemt, hat diese Aussenhallc doch 
das reichste Grundmotiv, Welches in seiner durchgehenden Wieder- 
holung (oben wie unten) ganz miichtig wirkt: die Räume zwischen 
den mit vertretenden Säulen bekleideten Pfeilern enthalten nämlich 
innere Bogen, welche zu beiden Seiten auf je zwei Säulen einer klei- 
nern Ordnung ruhen.  Im Bau seit 1549. 
(Das Motiv dieser Halle fand eine allgemeine Bewunderung und 
wurde auf verschiedene XVeise neu verwerthet. In dem Teatro Far-b 
nese zu Parma larauchte es der Baumeister, Giambatt. Aleotti, 
1618, für zwei obere Reihen von Logen. Der Hof des Palazzo Du-c 
cale zu Modena erhielt durch Anwendung desselben den Charakter 
eines der schönsten I-Iöfe von Italien, während an der Fassade der 
nämliche Baumeister, Bartol. Avanzini, 1634 , seine eigene kläg- 
liche Originalität offenbarte.)  
Welche Vorgänger Palladio in der Anlage von Privatp alästen 
vorfand, wurde oben (S. 22-4) erörtert. Das Vorbild Giulio Romands 
und seiner mantuanischen Paläste mag für diese Gegenden besonders 
wichtig gewesen sein; man erkennt z. B. Giulio's Vorliebe für bloss 
Eine Ordnung von Halbsiiulen oder Pilastern (über einem Rustica- 
Erdgeschoss) in dem Pal. Trissino dal vello d'oro (am Thor gegend 
Monte Berico hin), einem in dieser Art recht schönen vorpalladiani- 
sehen Gebäude vom Jahr 1540, auch in der Fassade des bischöilichene 
Palastes (1543? welches wenigstens das Datum des Hofes ist); und 
wenn Pal. Annibale Tiene (jetzt Bonini, am Anfang des Corso) einef 
reiche vollständige Doppelordnung hat, so ist, vielleicht nicht ausser
        

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