Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1075037
Genua. 
Alessi ; Lurago; Bianco. 
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lommeo. (Jetzt an der Inschrift: Collegio italiano kenntlich und als 
Dameninstitut im Innern unzugänglich.) Isolirt auf hohen Garten- 
terrassen, mit einwärts tretenden Bogenhallen in der Mitte, und 
prachtvoller durchbrochener Balustrade oben, macht das Gebäude die 
glänzendste Wirkung, v_0n der man nicht sogleich inne wird, (lass sie 
auf der Weisesten Oeconomie der Mittel beruht, auf der schönen und 
schlichten Fliieheneintheililng, auf der sorgliehen Handhabung der Pi- 
laster beider Ordnungen (ionisch und korinthisch), welche nur an den 
Hauptfronten cannelirt und nur an den Haupttheilen derselben reich- 
lichvangebraeht sind. (Die dorisehe Ordnung für eine Grotte an der 
Hauptterrasse verspart.) 
Was von den Villen der Umgebung erhalten ist, vermag der 
Verfasser nicht anzugeben. (In S. Pier düärena: Villen Spinola, Ler- a 
eari, Doria, Grimaldi, Imperiali.) In S. Martin d'Albar0 hat er Villab 
Giustiiliani vergebens zu erfragen gesucht. Das sog. Paradiso, über 
der Strasse (lahin, soll ebenfalls von Alessi sein.  Am See von Pe- 
rugia ist das Schloss von Castiglione ein, wie es heisst, ausgezeich-c 
neter Bau von ihm. 
Wiederum von einem Lombarden des XVI. Jahrhunderts, Rocco 
Lurago, ist der berümte Pal. Doria-Tursi (jetziges Municipio,d 
Str. nuova). Hier zum erstenmal tritt jene gänzliche Verwilderung 
des decorativ misshandelten- Details ein, in der Absicht auf Effect im 
Grossen. (Hässliche und rohe Pfeiler und Gesimse, colossale Fratzen 
als Masken über den Fenstern etc.) Allein die Composition ist vor- 
züglich wirksam; die Fassade setzt sich rechts und links in durch- 
sichtigen Altanhallen fort; innen ist die Unebenheit des Bodens zu 
einer prächtigen Treppenwirkung mit Ausblick in den Hallenhof hin- 
auf benützt, an dessen Ende dann die Haupttreppe, vom ersten Ab- 
satz an in zwei Armen, emporsteigt. 
Doch die höhere, veredelte Stufe desselben Hofbaues gewährt erst 
der Palast der Universität (Str. Balbi), von dem Lombarden Bar- e 
lZOlOTDmOO Bianco (als Jesuitcncollegium begonnen 1623). Auf die 
sehr ausgeartete Fassade folgt hier unerwartet ein Hofraum, den die 
Phantasie kaum reicher und schöner denken kann; durch Verdoppelung 
B. Cirerolze. 23
        

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