Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1075016
genannte Pennone verdorben haben. Dagegen ist die berühmte Kirche a 
S. Maria di Carignano wesentlich sein XVerk. 
Sie muss uns jetzt hauptsächlich die Bauzeit vergegenwärtigen, 
da an S. Peter nach Michelangelws Plan gearbeitet wurde, da die 
Kuppel über dem griechischen, d. h. gleicharmigen Kreuz als die für 
den Kirchenbau erhabenste Form galt. Die Lage auf steilem Vor- 
gebirg über der Stadt erhöht den Werth des Gebäudes ungemein, und 
seine Umrisse wirken schon von Weitem sehr bedeutend. Bei den 
so ungleich kleinem Dimensionen gab Alessi seiner Kuppel mit Recht 
nicht vier Arme, sondern ein grosses Quadrat zur Unterlage, und 
ilankirte sie nicht mit vier Nebcnkuppeln, Welche hier ganz klein aus- 
gefallen wären, sondern mit vier (in der That zwei) Eckthürmen. 
(Die vier Kuppeln sind wohl im Innern vorhanden, aussen jedoch nur 
durch Lanterninen angedeutet.)  Aber das Einzelne des Aeussern 
durchgängig dem Alessi selber zuzutrauen, erscheint fast imbillig. 
Auch wenn die hässlich hohen Giebel in der Mitte der Fronten un- 
entbehrlich wären wegen des Luncttenfensters, das sie enthalten, so 
könnte doch der Meister nicht diese Thürme mit ihren glatten Pi- 
lastern über das so viel zartere und reichere Erdgeschoss gesetzt 
haben. Auch die Kuppel zeigt sehr willkürliche, barocke Formen. 
(Das Hauptportal neuer.) Das Innere dagegen, glücklicher Weise und 
hoffentlich absichtlich farblos, ist ein Wunderbar harmonischer Bau, 
der den Sinn mit dem reinsten Wohlgefallen erfüllt. Vier Tonnen- 
gewölbe, eine Mittelkuppel, vier Eckkuppeln und eine Tribuna, alles 
auf Pfeilern mit einer Ordnung von (leider zu schwer gebildeten) ko- 
rinthischen Pilastern ruhend; die höchste Verbindung von Reichthum 
und Einfachheit; der Raum scheinbar grösser als er wirklich ist.  
Das Ganze im Grunde ein Bau der rein ästhetischen Begeisterung für 
die Bauformen als solche, und für jede andere ideale Bestimmung 
eben so geeignet als für den Gottesdienst. 
Das Thor, welches zum Molo vecchio führt, charakterisirt rechtb 
die Mitte des Jahrhunderts; auf der Stadtseite fast bramantisch ein- 
fach, auf der Seite des Molo consequent und absichtlich barock. (Ru- 
sticasäulen etc.)  Die stattliche Loggia de' Banchi ist erst viel später ß 
nach einem Entwuf AlessPs, ausgeführt.
        

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