Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1074985
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Architektur von 1540_ bis 1580. 
mürrischen Rustica, Ernst gemacht, sei es dass der Baumeister oder 
dass San Carlo selber für diesen Hof den Charakter einer düstern 
Majestät verlangte; nur ein unteres und ein oberes Stockwerk, aber 
von enormer Höhe; die Bauglieder (Schlussteine, Consolen, Gebälk- 
theile etc.) nicht classisch, sondern in angemessener barocker Umbil- 
dung gegeben. Der hintere Hof und die Blassade gegen Piazza Fontana 
später, ebenfalls tüchtig.  
a Aus derselben Zeit ist der Hof des erzbischöflicheil Seminars, 
von Giuseppe Meda, eine schöne, unten dorische, oben ionisehe 
Doppelhalle, mit geradem Gebälk, deren Säulen abwechselnd enge und 
b Weite Intervalle haben.  Vincenzo Seregnoüs Collegio de" nobili 
(auf Piazza. de' mercanti), vom J ahr 1564, erinnert in der Behandlung 
der untern Stützen schon sehr an Galeazzo Alessi, dessen mal- 
ländische Bauten nun im Zusammenhang mit den gennesisc-hcn zu 
besprechen sein werden. 
In dieser Zeit (1540-1600) setzte sich nämlich auch der Typus 
der g e nue sis ch e11 Paläste, hauptsächlich durch oberitalienische Bau- 
meister fest, welchem dann Alessi seine volle Ausbildung gab. 
c Noch ausserhalb der Linie steht gewissermassen der grosse Pa- 
last, den Gio. Angelo Montorsoli (seit 1529  für den berühmten 
Andrea Doria baute. Von Arehitektonischein ist hier nur das Noth- 
wendige gegeben, indem die Ilauptwirkung der (jetzt aussen fast 
durchgängig verlorenen und (lurch geiben ilnstrich ersetzten) Bema- 
lung mit Figuren und Historien vorbehalten war. Die dünnen Fen- 
stereinfassungen, der Mangel an Pilasterwerk und die mässige Profi- 
lirung überhaupt geben jetzt dem Gebäude einen Anschein von Früh- 
renaissance. Als freier Phantasiebau ohne strenge Composition wird 
es mit seinen luftigen Hallen an beiden Enden und mit den in den 
Garten vertretenden Altanen auf Portiken immer einen so bezaubern- 
den südlichen Eindruck machen, wie kaum ein anderer grosser Palast 
Italiens. Die mit Hallen bedeckten Treppen am Ende des Gartens 
und die Brunnen mit Ausnahme eines sind aus derselben Zeit I). 
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Gleichzeitig: Pal. Mari, ehemals Odero, nicht die Fronte gegen Str. nuovis- 
sima, sondern der obere Hof, in welchen man von der Salita del Castelletto 
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