Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071654
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Zeit Sullafs versetzt; eine noch ältere Anwendung des Dorischen fin- 
det man an dem Sarcolahag des Scipio barbatus (Vatican, Belvedere, a 
Gemach des Torso). Ausserdem bietet Pompeji eine Anzahl zer- 
störter doriseher Bauten, welche noch zwischen dem Griechischen und 
dem Römischen die Mitte einzunehmen scheinen, meist Hallen, welche 
Plätze und Höfe (z. B. den des verschwundenen, einst griechisch-do- 
risehen Heraklestempels und den des Venustempels) umgeben, und 
welche ihrer Detailbildilng wegen am besten hier zu erwähnen sind. 
Die Säulen sind für diese Ordnung sehr schlank und dünn, ihre Can- 
nelirungen demnach schmal; die letztem beginnen meist erst in einer 
gewissen Höhe über der Erde, wei1 sie sich weiter unten rasch abge- 
nützt hätten. Der Echinus ist durchgängig schon ziemlich trocken und 
klein, die Deckplatte dünn gebildet. Am Gebälk ist der Architrav schon 
nicht mehr glatt, sondern in zwei Riemen getheilt, der Fries mit den 
Triglyphen ohne den griechischen Nachdruck. Npch am meisten grie-b 
chisch ist das einzige Fragment der schon erwähnten Halle um den 
Hof des Heraklestempels, des sog. Foro triangolare; hier hat der Echi- 
nus noch die drei Riemen, unter Welchen dann die Cannelirungen mit 
rlmden Ansätzen beginnen; anderwiirts sind diese Ansätze wagrecht 
und die Riemen durch irgend ein emptindungsloses Zwischenglied er- 
setzt. So am sog. Soldatenquartier und an den ältern Säulen desc 
grossen Forums; die jiingern haben einen ganz sinnlosen, Wellenför-d 
migen Echinus. Die Halle um den Hof des Venustempels war eben-c 
falls von einer geringen dorischen Art wie die Stellen zeigen, wo die 
spätere Ueberarbeitung mit Stucco abgefallen ist. (Wie weit das Dach 
noch über sie hervorragte, zeigen die wohl vier Fuss ausserhalh an- 
gebrachten Regenrinnen am Boden). 
Das spätere Rom, mit seiner Neigung für prächtige Detailver- 
zierung, gab die dorische Ordnung beim Tempelbau bald ganz auf und 
behielt sie nur bei zur Bekleidung des Erdgeschosses an mehrstöckigen 
Bauten (z. B. Theatern). Hier tritt sie Wiederum viel entstellter auf, 
nämlich in ihrer ganz zweideutigen Verschmelzung mit der sog. tos- 
kanischen Ordnung, welche in selbständigen Exemplaren nicht mehr 
nachzuweisen ist. Sie verliert ihre Cannelinmgen; und gewinnt 111111811 
eine Basis und oben (kurz vor dem roh gebildeten Eehinus) einen Hals,
        

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