Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1074942
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Architektur von 1540 bis 1580. 
a Von der Vigna di Papa Giulio war eben die Rede. Wir über- 
gehen auch die Gebäude am Platz der Stephansritter- in Pisa: den 
unbedeutenden Palast und die in auffallend unangenehmen Verhält- 
nissen erbaute Kirche, sowie den von Vasari grossentheils erneuten 
bInnenbau des Pal. vecchio in Florenz; er selber spricht mehr als ge- 
nug von den Treppen und besonders von dem grosscn Saal, dessen 
beide Schmalseiten allerdings perspectivisch trefiliche Abschlüsse sind. 
cDie ganze Tüchtigkeit des Meisters zeigt erst das Gebäude der Uffi- 
zien , nach seinem Entwurf 1560 von ihm selbst begonnen, von Pa- 
rigi, Buontalenti u. A. vollendet. Zur richtigen Beurtheilung ist es 
wesentlich zu wissen, dass schon vorhandene Mauern benützt werden 
mussten, dass der Verkehr zwischen Piazza del Granduca und dem 
Arno nicht gehemmt werden durfte und dass die nljffizj", d. h. Bu- 
reaixx, die verschiedensten Bestimmungen hatten (Verwaltung, Kassen, 
'l'ribunale, Archive), also kein Motiv zu einer mehr geschlossenen, 
centralen Composition gegeben war. Das Erdgeschoss bildet eine der 
schönsten Hallen von Italien; in Harmonie mit allen übrigen Formen 
des Baues gab ihr Vasari ein gerades Gebälk und sparte die Bogen 
für die hintere Verbindungshalle, wo sie denn auch ihre imposante 
Wirkung thun. Beim Organismus der obern Stockwerke ist zu er- 
trägen, dass es sich nicht um einen fürstlichen Palast, sondern um 
einen engen, hohen Nutzbau mit sehr bestimmten Zwecken handelte. 
Auch bei der Anlage der Treppen, welche noch ziemlich steil sind, 
war Vasari nicht frei; doch that er das Mögliche, um auch hier und 
in den Vestibulen schöne Räume zu schaffen. Einzelne Barockformen 
an Thiirgiebeln etc. fallen vielleicht nicht ihm zur Last. 
Endlich ein origineller, höchstens an Venezianischcs (Seite 328, f) 
derinnernder Kirchenbau "Jasarfs: Die Abbadia de' Cnssinensi zu 
Arezzo, aussen roh gelassen, wie leider so viele zumal toscanische 
Kirchen; innen ein Tonnengewölbe der Länge nach, durchkreuzt von 
zwei Querschiffen ebenfalls mit T onnengewölben; über den Kreuzun- 
gen niedrige Kuppeln (deren eine in der Folge von dem bekannten 
Meister der Perspective, dem Jesuiten Pozzo, mit der tliuschenden 
Innensieht einer Hochkuppel ausgemalt worden ist); die vier niedri- 
gern Nebenräume, Welche so entstehen, sind durch Säulenstellimgen 
gegen das Ilauptschiii? geöffnet, die in der Mitte einen Bogen tragen;
        

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