Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071632
Römisches Detail. 
Tempel. 
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Es versteht. sich, dass nur eigentliche Praehtgebäude diesen Schmuck 
vollständig aufwiesen und auch diese nicht durchgängig; zudem Sind Sie 
fast ohne Ausnahme nur in geringen Fragmenten erhalten. Ausser den 
noch an Ort und Stelle befindlichen Banresten wird man desshalb zur Er- 
gänzung auch die verschleppten und in die Museen geretteten Fragmente 
studiren müssen, indem sich stellenweise gerade an ihnen das Schönste 
und Reichste, auch wohl das Zierlichste, wenn sie von kleineren Bauten 
herstammen, erhalten hat. Im Vatican enthält namentlich die schona 
genannte Galerie. lapidaria und auch das Museo Chiaramonti einenh 
Schatz von solchen Bruchstücken; ebenso das Museum des Laterans;c 
von den Privatsammlungen ist die Villa. Albani besonders reich daranyl 
von den christlichen Basiliken Roms bieten der ältere Theil von S. Lo- ß 
renzo fuori le mura und das Hauptschü? von S. Maria in Trasteveref 
ganze bunte Mustersammlungen dar. Eine Sammlung von Abgüsseng 
in der Academie de France. In Florenz (Siussere Vorhalle der Ufßzien) h 
nur ein Stück von einer Thürgewandung und ein anderes von einem 
Fries; aber beide von hohem Werthe. 
Hier wie überall muss der Beschauer jene restaurirende Thätig- 
keit in sich entwickeln, ohne Welche ihm die antiken Reste wie lauter 
Formlosigkeit und die Freude daran wie lauter Thorheit erscheinen. 
Er muss aus dem Theil das vermuthliche Ganze ahnen und herstellen 
lernen und nicht gleich einen „Eindruck" verlangen bei Überresten, 
deren Schönheit sich erst durch das Hinzugedachte ergänzen kann. Das 
ganze Gebäude aus Trümmern zu errathen, wird wohl nur dem For- 
scher möglich sein, allein aus ein paar Säulen mit Gebälkstücken We- 
nigstens auf die Wirkung einer ganzen Colonnade zu schliessen ist 
Sache jedes nicht rohen oder abgestumpften Auges. 
L 
Wir beginnen mit den Tempeln. Hier ist das Verhältniss der 
Säulenhalle zur Cella fast durehgiingigwäin anderes als bei den Grie- 
chen. Jene dient nicht mehr zum Ausdruck dieser und entspricht ihr 
nicht mehr in derselben Weise. Die Halle. ist jetzt ein Vorbau der 
Cella. und wird nur aus Prachtliebe etwa noch ringsum geführt; sonst 
bequemt sich die römische Kunst sehr leicht, nur einen Anklang davon 
in Gestalt von Ilalbsäxilen ringsum anzugeben oder auch die Wand
        

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