Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1074678
Florenz. 
Baccio (PAgnoIo. 
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sich meist auf die sog. toscanische, welcher er aber bisweilen durch 
eine feine Blattlage um den Echinlzs eine leise Zierlichkeit zu geben 
sucht. 
Eine Ausnahme bildet zunächst die mehr plastisch (lurchgefiihrtea 
Fassade von Pa]. Bartolini (jetzt Hötel du Nord, bei S. Trinita). Die 
Ecken bedeutend als Pilaster mit Rustica behandelt, zwischen den 
Fenstern Nischen; über den Fenstern (als friihstes und desshalb viel- 
verspottetes, bald mit Übertreibung nachgeahmtes Beispiel) Giebel, 
abwechselnd rund und gradlinig, etwa von den Altären des Pantheons 
entlehnt; bisher nur an Kirchen gebräuchlich; die Fenster noch mit 
besonders derb gegebenen Steinkreuzen; das schwere und rohe Ge- 
simsc angeblich auch von Baccio.  Ein anderes höchst originelles 
Gebäude ist der kleine Pal. Serristori auf dem Platz S. Croce; Bacciob 
musste hier das Recht des Überragens der obern Stockwerke, zwar 
nicht vorn aber auf beiden Seiten nach den Nebengassen, benützen 
und mit seinem classischen Detail in Einklang bringen; es ist lehr- 
reich zu sehen, wie ihm diese gelang. 
Andere Paläste sind aussen schlicht, zeigen aber den Organismus 
des Hofes vorzüglich fein und angenehm durchgeführt. S0 vor Allem 
Pal. Levi ("Via de' Ginori N. 5146), wo die Schlusssteine der Bögenc 
noch Aeanthusccnsolen bilden.  Pal. Roselli del 'l'urc.o, bei SS. Apo- 
stoli, ist für Architekten sehcnswerth wegen der schönen und nach- 
driicklicheil Gliederung der innern Räume, besonders der Treppe 
(Consolen, Gesimse, Steinbalken, Lunetten). Von Einzelheiten sind 
der stattliche eiserne Ring an der Ecke und das iigurirte Kamin im 
vordem Saal nicht zu übersehen. 
Nur unscheinbar in seinem jetzigen Zustande, aber für Architekten 
wichtig ist endlich ein Lusthaus, welches von Baccio fiir die Familied 
Strozzi-Ridolü erbaut und 1638 von Silvani vcrgrössert wurde. Ab- 
sichtslos unregehnässig, mit Säulenhof, Nebenhof, Gal-tenjmlle und 
Thurm bildet es eine für ergiinzungsfähige Augen sehr reizende halb- 
ländliche Anlage. (Via GuaHonda oder Chiappina, N. 4432.) 
Von Kirchen Bacci0's ist mir nur das Innere von S. Giuseppef 
(1519) bekannt; eine schlichte korinthische Pilasterordnung mit Ge- 
simse umzieht die Bogeneingänge der ebenfalls ganz einfachen Ca- 
pellen; am Oberbau scheint Manches verändert.  Die von Baeßiß
        

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