Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1074617
Rom und Mantua. 
Peruzzi. 
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Der Pal. Cicciaporci an der Via de' Banchi, nur halbvollendet unda 
vernachlässigt, ist ein schöner und eigenthiimlichei- Versuch Giulids, 
ohne Wandsäulen und stark vertretende Glieder, mit bescheidenem 
Baumaterial einen neuen und bedeutenden Eindruck hervorzubringcn. 
 Die Reste des Pal. Macearani auf Piazza. S. Eustachio geben in b 
ihrem jetzigen Zustand nur deindiirftigsten Begriff von der Absicht 
des KiinstlersI  Welchen Antheil er an der Kirche Madonna dell'c 
Orto im Trastevere gehabt haben mag, ist aus der heutigen Gestalt 
derselben schwer zu entnehmen. 
Die spätere Lebenszeit Giulids vcrstrich bekanntlich in Mantua. 
Es ist dem Verfasser nicht vergönnt gewesen, die schönen, aber ziem- 
lich frühen Jugendcindriicke, die ihm diese Stadt hinterlassen, zu cr- 
neuern; er muss sich damit begnügen, Giulids Ilauptwerke zu nennen. 
Der Palazzo del Te (abgekürzt aus lnjetto), ein grosscs fürstlichesd 
Lusthaus, ist die bedeutendste unter den erhaltenen Anlagen dieser 
Art aus der goldenen Zeit, eussen fast zu ernst mit Einer dorischen 
Ordnung, innen mit Hof, Garten und Zubauten das vollständigste Bei- 
spiel grossartiger Proihndecoration. (Vgl. S. 212, b.) Am alten Pa-e 
lazzo ducale ist ein 'J_'hcil von Giulio; unter seinen übrigen Palästen 
wird besonders sein eigenes stattliches Haus gcrühint. Von den man- f 
tuanischen Kirchen gehört ihm das jetzige Innere des Domes und dieg 
(in der Nähe der Stadt gelegene?) Kirche S. Bencdetto, eine hoch- 11 
bedeutende Anlage, wenn sie noch erhalten ist. (Von einem Nach- 
folger, Giainbattista Bertano, ist 1565 die Kirche S. Barbara erbaut,i 
mit einem schönen Thurm von vier Ordnungen.) 
Auch der grosse Baldassare Per uzzi (1481- 1536) gehört 
zu denjenigen, auf welche Bramailte einen starken Eindruck gemacht 
hatte. Seine Tlilitigkeit thcilt sich hauptsächlich zwischen Siena und 
Rom, und zwar mit mehrmals wechselndem Aufenthalt. In Siena. wer- 
den ihm eine ganze Anzahl meist kleiner Gebäude, auch einzelne 'l'heile 
solcher zugeschrieben; bedrängt und sehr bescheiden wie er war, ent- 
zog er sich auch untergeordneten Aufträgen nicht. (Seine clecorativen 
Arbeiten S. 240, 264.) Laut Romagnoli wären von ihm die Paläste Pollini k 
und Mocenni nebst dem Innern von Villa Saracini; der Arco alle cluel
        

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