Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1074484
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Renaissance-Decoratlon. 
Fassadenmalerei. 
den Figuren illusionsmiissig zu beleben. Hans Holbein, der dieses 
Ziel mehr als einmal verfolgte, muss die Anregung dazu anderswoher 
empfangen haben. 
a Der Palazzo del consiglio, erbaut von Fra Giocondo da Verona, 
 hat an den freien Mauerflächen nur gemalte Ornamente, diese aber 
durchgängig I).  
Gegen die Mitte des XVI. Jahrhunderts hin gewinnt die Gattung 
eine neue Ausdehnung und einen fast ausschliesslich mythologischen 
Inhalt; die einfarbige Darstellung, und zwar nach Stockwerken und 
Abtheilungen in den Tönen wechselnd (grün, roth, grau, violett, gold- 
braun etc), beginnt entschieden vorzuhen-schen. Allerdings büssten 
die venezianiseh geschulten Maler hiebei einen ihrer besten Vortheile 
ein, ohne dass ein Ersatz eingetreten wäre durch jene höhere c1assi- 
sehe Auflassung, wie sie etwa in Polidoro's Niobidenfries lebt. Allein 
je nach der Begabung des Einzelnen kam es doch zu sehr bemerkens- 
werthen Schöpfungen. 
Unter diesen ist vorzüglich die Bemalung zu nennen, womit Do- 
bmenico Brusasorci den Pal. Murari della Corte völlig be- 
deckte. (N. 4684, jenseits Ponte nuovo.) Die Strassenseite enthält 
in farbigen, die Fluss- und Rückseite in einfarbigen Bildern und 
Friesen eine ganze Mythologie, die Geschichten der Psyche, die 
Centauren- und Lapithenkämpfe, die Hochzeit des Seegottes Benaeus 
(Lago di Garda) mit einer Nymphe, Tritonenziige etc.; von Histori- 
schem den Triumph des Paulus Aemiliils und die Gestalten berühmter 
Veroneser.  ilusserdem gehört zum Bessern: die Bemalung von N. 
1878, Opfer und Waifenweihe, von Torbido:  N. 5502, Allegorisches 
und eine Scene aus Dante, von Farinati;  N. 5030, Casa Murari 
bei SS. Nazario e Celso, mit umständlichen mythologischen hlalereien 
und farbigen Friesfiguren, von Canerio und Farinati;  N. 1579 grosse 
1) Bei diesem Anlass nennen wir einige Häuser, an welchen nur noch die Haupt- 
 hilder erhalten sind: N. 2987 auf Piazza Brä: Madonna von lllonsignori;  
N. 2988: Madonna von Garoto;  N. 5522 jenseits Ponle delle navi; Ma- 
donna mit Heiligen, Hauptwerk von Franc. Mox-one;  N. 4562: der Ge- 
krenzigle mit Gottvater zwischen zwei Heiligen, von Bart. Montagna;  das 
Haus neben N. 1140 unweit Ponte nuova: treflliche Pietä mit Heiligen. Man- 
ches Gute ist dem Verfasser entgangen,
        

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