Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071604
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Bei der nun folgenden Übersicht der römischen Bauwerke. in Italien 
möge man ja im Auge behalten, dass wir das rein Archäologische ab- 
sichtlich beseitigen und auf eine Ergänzung desselben aus den Reise- 
handbiiehern und aus sonstigen Studien rechnen. Auch unsere Vor- 
bemerkungen werden nicht aus Notizen bestehen, sondern einige all- 
gemeine Gesichtspunkte festzustellen suchen. 
Rümerbauten der bessern und noch der mittlcrn Zeit haben ein 
Königsrecht selbst neben dem Massivsten was Italien aus dem Mittel- 
alter und der neuen Bauperiode besitzt. Selbst ein kleiner Rest be- 
meistert in seiner Wirkung ganze Gassen, deren Iläuser doppelt und 
dreimal so hoch sind. Diese kommt zunächst von dem Stoffe, aus wel- 
chem gebaut wurde; in der Regel ist es der beste, der zu haben war. 
Sodann wurde von allem Anfang an bei öffentlichen Gebäuden nicht 
gepfuscht und nicht jeder Rücksicht nachgegeben; man baute etwas 
Rechtes oder gar nichts. Endlich ist die antike Architektur mit ihren 
plastisch sprechenden, bedeutsam abwechselnden Einzeltheilen, Säulen, 
Gebälken, Giebeln etc. im Stande, jeder andern baulichen Gliederung 
die Spitze zu bieten, selbst der gothischen, so wie sie in Italien auftritt. 
Nun sind einige zeitliche und technische Unterschiede zu beob- 
achten. Zur Zeit der römischen Republik und auch der frühem Kaiser 
wurden die öffentlichen Bauwerke aus Quadern desjenigen Steines er- 
baut, welcher unter den nächst zu habenden der beste war. Für Rom 
z. B. musste die Wahl auf den grüngrauen Peperin und den gelblichen 
Travertin fallen. Allein schon seit Augustus gewann man den fernab 
liegenden weissen Marmor so lieb, dass mit der Zeit wenigstens Säulen 
und Gebälk vorzugsweise daraus gebildet wurden, während man die 
Wände mit Platten dieses und anderer kostbarer Stoffe bekleidete; das 
Innere der Mauern aber bestand fortan aus Ziegeln. 
Marmorbauten jedoch waren das ganze Mittelalter hindurch die 
beliebtesten und bequemsten Steinbrüche, wo man die schönsten Säu- 
len, in der Regel aus Einem Steine, fertig vorfand um hundert Basi- 
liken damit auszustatten. Von den Mauern löste man mit Leichtigkeit 
die vorgesetzten Platten ab und verwandte sie auf alle Weise; Ge- 
bäude, deren Mauern aus vollen durchgehenden Quadern bestanden 
hätten, würde man gewiss eher respectirt rmd so gut es ging, zu neuen 
Bestimmungen eingerichtet haben.
        

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