Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1074466
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Renaissance-Decoration. 
Fasaadenmalerei. 
bild seines religiösen Inhaltes wegen geschont und (freilich auch durch 
Übermalung) gerettet worden, Während man die Ilnscheinbar gewor- 
denen Malereien der ganzen übrigen Fassade der Übertünchung Preis 
gab. Und doch wäre gerade das Ganze dieser Decoration unentbehr- 
lich; mehr als irgendwo in Italien ist das Architektonische darauf 
berechnet, ja der Renaissancebau tritt aus keinem andern Grunde in 
Verona so mässig und einfach auf, als weil ihm die Malerei zur we- 
sentlichen Ergänzung diente.  
Schon zur Zeit des gothischen Stylcs war es in diesen Gegenden 
zur Gewohnheit geworden, die "Wandüiichen mit regelmässig, teppich- 
artig wiederholten buntfarbigen Ornamenten zu bedecken und diese 
mit reichern, bewegtern Friesen und Bändern zu umziehen; das Mit- 
tclalter konnte des Bunten viel vertragen, zumal da letzteres unter der 
Herrschaft eines gesetzmässigen Farbensinnes stand. Zur Zeit der Renais- 
sanee dauerte ein ähnlicher Schmuck fort: nur tritt jetzt das Figürliche 
erst in sein volles Recht. Man begnügt sich nicht mehr mit dem- ein- 
zclnen Bilde einer Madonna zwischen zwei Heiligen, sondern die ganze 
Fassade wird zum Gerüst für ruhige und bewegte, heilige und pro- 
fane, einfarbige und vielfarbige Darstellungen. 
Und zwar sind es grossentheils Arbeiten von sehr tüchtigen, 
selbst hie und da von grossen Künstlern. Schon im XIV. Jahrhun- 
dert schuf z. B. ein Stefano da Zevio die Fresken einer throncnden 
aMadonna zwischen Heiligen und einer Geburt Christi an dem Hause 
N. 53081); noch ist genug davon erhalten, um die süsse Schönheit 
der Jungfrau, den Jubel der blumenbringendeii Engel zu erkennen. 
Im folgenden Jahrhundert hat Andrea Mantegna selber diese Fassa- 
denmalerei nicht verschmäht und seine besten veronesischen Nachfolger 
fanden daran eine ganz wesentliche Beschäftigung; bis gegen Ende 
des XVI. Jahrhunderts folgen dann die veronesischen Schüler der 
Venezianer. Es erhellt hieraus schon, welchen WVerth diese bemalten 
Fassaden auch in technischem Betracht haben müssen; mehrere (ler- 
selben enthalten von den bcstcolorirten Fresken der damaligen Zeit. 
 Das jetzige Telegraphenamt.  Ich bedaure, nur nach den I-Iausnummern 
citiren zu können, die in Verona wie in mehrern andern Städten Italiens 
aulfallend und sträflich vernachlässigt, ja halbe Gassen entlang nicht mehr 
sichtbar sind.
        

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