Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1074369
286 
Renaissance. 
Decorirende Malerei. 
Genua. 
da Udine decorirt ist, weht der Geist der Loggien noch so rein, dass 
Rafael, der den Bau schwerlich erlebte, doch als der moralische Ur- 
heber erscheint. In einzelnen der eingesetzten Historien glaubt man 
auch Motive seiner Erfindung zu. erkennen. Vielleicht wurde die 
Decoration nie ganz vollendet; im vorigen Jahrhundert Wurden die 
herabgefallenen 'l'hei1e durch Rococozierruthen ersetzt, und gegenwär- 
tig lässt der Besitzer Alles zur Ruine werden. 
Die Stuccaturen in den untern Hallen des schönen Pal. Massimi, 
wahrscheinlich von Giovanni da Udine, gehören ebenfalls noch zum 
Besten dieser Zeit. Ohne Zweifel arbeitete Giovanni unter dem Ein- 
iluss des Baumeisters Peruzzi. 
a Was wir nun noch beizufügen haben, ist neben diesen Leistungen 
nur von bedingtem, immer aber noch von beträchtlichem WVerthe. Es 
sind meistens gewölbte Decken, denn die Pilaster überliess man fortan 
fast durchgängig der Architektur; ausserdem ist bei diesem Anlass 
eine besondere Gattung von Mauerdecoration im Grossen zu erörtern. 
b Von Rafaels Schülern malte Perin del Vaga 1) den Pal. Doria 
in Genua aus. Das Decorative ist noch sehr schön, aber zum Theil 
überzierlich und bei Weitem nicht mehr in dem grossen und freien 
Geist der Loggien und des Ap. Borgia gedacht. In der untern Halle 
die Flachdeclze mit schweren, wirklichen römischen Geschichten be- 
deckt, statt des luftigen Olymps der Farnesina; in der Galeria die 
Gcwölbeverzierungen im Einzelnen überaus elegant und vom feinsten 
lilarbensiim beseelt (gemalte Mittelbilder; die Eckfelder Reliefdeco- 
ration grau auf blau, grau auf Gold u. s. W. 5 prächtige Motive in den 
Bändern) aber nicht mehr sicher der Architektur subordinirt; im Saal 
der Giganten eine höchst reiche und glücklich originelle Einrahmung; 
in den (einzig noch sichtbaren) neun Zimmern der Stadtseite theils 
ähnliches, nur einfacheres Arabeskenwerk als Einfassung mythologi- 
scher und allegorischer Gegenstände an Zwickelu und Kappen der 
a 
I 
1) Seine ßIalere-ien in verschiedenen Räumen der Engelshurg sind nebst den 
Stuccaturcn des RaIf. da Montelupo dem Verfasser unzugänglich geblieben. 
Laut Vasari führte Perino eine Unzahl ldeinerer decorativer Werke jeder 
Gattung aus, wovon noch Manches, jetzt namenlos, vorhanden sein könnte.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.