Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1074341
284- 
Ronaissanca. 
Decorirande Malerei. 
Loggien. 
dorther entlehnt sein mag, so ist eben die Composition im Ganzen 
eine völlig neue und originelle. Gerade das Wesentliche, die aufstei- 
gende Pilasterverzierung, gewährten die antiken Vorbilder nicht, oder 
ganz anders. 
Das grosse Geheimniss, wie das Unendlich-Viele zu einem har- 
monischen Eindruck zu gestalten sei, ist hier verrnöge der Gliederung 
und Abstufung gelöst. Die Hauptpilaster, die Nebenpilaster, die 
Bögen, die Bänder und Gesimse verschiedenen Ranges erhalten jede 
Gattung ihr besonderes System von Verzierung; die Architektur bleibt 
noch immer die Herrin des Ganzen. Was die Fenster der Mauerseite 
von WVandfläcbe übrig liessen, wurde durchsichtig gedacht und erhielt 
auf himmelblauem Grunde jene unübertrefflich schönen Fruchtschnüre, 
in welchen der höchste decorative Styl sich mit der schönsten Natur- 
vvahrlieit verbindet, ohne dass nach einer optischen Illusion gestrebt 
worden wäre, die das Auge hier gar nicht begehrt. Innerhalb der 
viereckigen Kuppelriiume ist die Umgebung der je vier Gemälde sehr 
frei und verschiedenartig verziert, wie dies bei einer Reihenfolge iso- 
lirter Räume angemessen war. 
Eine Analyse dieses Ganzen würde ein umfangreiches Buch wer- 
den. Wie hier Stuccatur und Malerei, Figur und Ornament, die Elar- 
ben der Gegenstände und ihrer Gründe sich zu einander verhalten 
(oder verhielten), davon muss das Auge sich im Detail überzeugen  
Wer sich die Aufgabe setzt, bei jedem Besuch des Vaticans etwa 
eine Abtheilung des Ganges genau rlurchzusehen, der wird einen 
bleibenden Eindruck davon tragen und vielleicht in einer Anzahl von 
Figuren und Gruppen die unmittelbare rafaelische Zeichnung erken- 
anen. (Die Gewölbemalereien in dem Gang zunächst unter diesen Log- 
gien sind ganz von Giov. da Udine; sie stellen Rebenlauben dar, 
mit andern Pflanzen schön durchilochten und mit Thieren belebt.) 
Ein ähnliches decoratives Gefühl, nur in einem andern Stoff anders 
ausgesprochen, offenbart sich in den wenigen erhaltenen Randarabesken 
Ing der einst glasirien Bot 
Imringen. 
1) Auch die Blilwirkl 
in Erinnerung zu 
enplalten (S. 
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