Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1074290
Decorirende Malerei. 
Mantegna. 
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landajds gemalte Ornamente in der Sala de, Gigli und in der Capa 
S. Bernardo des Paluzzo vecchio sind in dieser Art mittelmässig, zu- 
mal die letztem, wo die iigurirten und die ornamentirten Felder 
einander ganz gleichartig sind (Grau auf Gold).  Besonders zierlich 
und mit grosser Absicht behandelt sind die Einfassungen der Freskenb 
A. Aspertini-"s in S. Frediano zu Lucca. (links). 
Es ist schwer, in dieser Gattung die Grenzen der Decomtion scharf 
zu bestimmen. Neben der bloss einfassenden Arabeskenmalerei tritt, wie 
man sieht, hauptsächlich an den Gewölben eine decorirende Ma- 
lerei auf, deren Inhalt, abgesehen von einzelnen örtlichen oder all- 
gemein symbolischen Beziehungen, ein wesentlich freier ist. Der 
kirchliche Bilderkreis nämlich, welche sich zur Zeit der Giottes- 
ken auch über die Gewölbe erstreckt hatte, verliert seinen Allein- 
werth; neutrale, bloss für das Auge angenehme Figuren und Scenen, 
Reminiscenzen aus der alten Mythe und Geschichte nehmen selbst an 
geweihter Stätte seine Stelle wenigstens theilsweisc ein. Es ist das 
Wesen der Renaissance, dem Schönen, Lebendigen und Charakter- 
vollen, auch wenn es beziehunglos ist, den Vorzug zu geben. 
Betriichtlieh grösser als in Mittelitalien war der Aufschwung der 
gemalten Decorzition in Oberitalien, dessen Backsteinbau gewisser- 
massen darauf als auf einen Ersatz für die mangelnden Quader en- 
gewiesen wer (Seite 204). Zudem hatte hier die am meisten deco- 
rativ gesinnte Schule, die von P ad na ihren Sitz. Erhalten ist wenigeres 
als man erwarten möchte, doch wenigstens Ein wichtigstes und um- 
fassendes Beispiel. 
Der grosse Andrea Mantegna, als er in den Eremitani zuc 
Padua eine gothisehe Capelle von der gewöhnlichen Form (eines Qua- 
drates und eines polygonen Ausbaues) mit den Geschichten der Heili- 
gen Jacobus und Christophorus auszmalen "hatte, gab auch den ein- 
fassenden und bloss baulichen Theilen einen Schmuck, der in der 
Art dieser Zeit classisch heissen kann. Die je sechs Bilder der beiden 
Seitenwände erhielten zunächst gemalte Rahmen grau in grau mit
        

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