Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1074283
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Renaissance. 
Einfassungen von Fresken. 
amässig, Filippino Lippi in den Fresken der Cap. Strozzi in S. Maria 
hnovella. zu Florenz und_der Cap. Carafa in der Minerva zu Rom da- 
gegen schon viel reicher, und die peruginische Schule geht vollends 
oft über das Maass hinaus. Von Pinturicchio sind fast alle (im- 
ten zu nennenden) Fresken reich mit gemalten Pilastern, Gesimsen 
c u. s- w. verziert; die erste, dritte und vierte Capelle rechts in S. Maria 
del Popolo und die Gewölbemalereien im Chor geben eine umständ- 
liche Idee von seiner Behandlungsvveise; an den Gewölben eines der 
dZinnner, welche er im Appartamento Borgia des Vaticans ausmalte, 
sind hochaufgesetzte Stuccozierratlien, Gold auf Blau mit naturfarbi- 
gen Figuren (vielleicht von Torrigiano  angebracht, Alles in dem 
nur beschränkt antikisirendeil, heitern Styl des Jahrhunderts. (Später, 
ein der Libreria. des Domes von Siena. ünden wir ihn viel behutsamer.) 
fEin sehr bedeutendes Denkmal dieser Art sind dann Perugino's 
Fresken im Cambio zu Perugia. Die untern Zimmer im Pnl. Colonna 
gzu Rom, Welche nach der Beschreibung noch bezeichnender sein möch- 
ten, sind dem Verfasser nicht bekannt. Von einem Zeitgenossen Pe- 
hruginds sind die deeorativen Malereien in der hintern Kirche von 
S. Lorenzo fuori le mura. 
Eine ganz besondere Vorliebe für diese Zierrathen verräth auch 
iLuea Signorelli, der in der hladonilencapellc des Domes von 
Orvieto reichlichen und originellen Gebrauch davon machte und selbst 
einzelne seiner Staifeleigemälde (z. B. eine Madonna in den Ufiizien) 
mit einfarbigen Medaillons versah. Er hatte ein tiefes Gefühl von 
dem Werthe der Gattung, und wollte in den kleinen Figuren des deco- 
rativen Theiles seiner Fresken in Orvieto ein mythologisehes Gegen- 
bild zu seinen WVeltgerichtscompositionen darstellen. Kein Maler des 
spätem Italiens hat wohl die Sache so ernst genommen. 
Peruginer und Sienesen haben auch die Eintheilung und Ver- 
kzierung der Decken in zwei vaticanischen Zimmern zu verantworten. 
In der Stanze. delP Incendio liess Rafael die Arbeiten seines Lehrers 
ganz, in der Camera della segnatura von den Malereien Soddanais 
einen Rest und vielleicht die Gesammtanordnung bestehen. 
Im XVI. Jahrhundert dauert der bisherige Styl ausserhalb Roms 
ynoch einige Zeit fort. So z. B. in Franciabigids Einfassungen um 
die Malereien A. del Santa's im Scalzo zu Florenz.  Ridolfo Ghir-
        

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