Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1074274
Einfassungen von Fresken. 
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nicht fördern, ja nicht einmal auf der Höhe halten; von Zeit zu Zeit 
muss der Historienmaler im Einklang mit dein Architekten die Rich- 
tung im Grosseu angeben. Die Gattung ist entstanden als Einfas- 
sung um historische Fresken, als deren Begränzung im baulichen 
Raum. Schon die Malerei des XIV. Jahrhunderts hatte gerade diese 
Arabeskeu sehr schön in ihrer Art ausgebildet und mit Polygonen, 
ltiedaillons u. dgl. unterbrochen, aus welchen Halbfiguren (Propheten, 
Sibyllen u. dgl.) hervorschauen. Die meisten der unten zu nennenden 
Fresken dieser Zeit sind so umgeben. _Das XV. Jahrhundert konnte 
eine solche Einfassung noch viel weniger entbehren; wie der Pracht- 
rahmen für das Tafelbild, so war die Wandarabeske für das Fresco 
nichts anderes als die nothwendige Form, in welcher der fiberreiche 
Lebensinhalt des Gemäldes harmonisch auszukliugen strebte. Ausser- 
dem aber wurde sie auch zur blossen Decoration von Bautheilen nicht 
selten angewandt. 
Sie will während des XV. Jahrh. meist noch die Architektur und 
Sculptnr nachahmen; daher ihre Einfarbigkeit, grau in grau, braun 
in braun, u. s. w. etwa. mit einzelnen aufgesetzten Goldverzierungen; 
auch Wiederholt sie die uns vom Marmor her bekannten Motive, nur 
reicher und mit stärkerem Aufwand iigiirlicher Zuthaten. In letztern 
scheute man sich auch an der heiligsten Stätte -nicht vor der antiken 
Mythologie. Wo der Raum es zuliess, Wurden über Gesimsen und 
Postamenten noch allegorische Figuren, Putten u. dgl. meist in der- 
selben Farbe hingemalt. 
An den gewölbten Decken aber, und bald auch an den Wand- 
pfeilern etc. versuchte man gegen Ende des Jahrhunderts reichere Far- 
ben, z. B. Gold auf Blau, imd colorirte endlich die einzehien Gegen- 
stände theils nach dem Leben, theils conventionell. Einzelne Künstler 
setzten auch die Zierrathen plastisch, in Stucco auf. Bisweilen wird 
sogar die Wirkung der Fresken durch eine so reiche und bunte Ein- 
fassung beeinträchtigt. 
Abgesehen von den in den Bildern selbst und zwar sehr reich- 
lich (S. 172 etc.) dargestellten Architekturen giebt die Einfassung von 
Filippo Lippfs Fresken im Dom von Prato eines der frühern Bei-a 
spiele der Gattung; ebenso die Einralnnungen des Benozzo Gozzolib 
im Camposanto zu Pisa. Domenico Ghirlandajo ist hierin meist sehr
        

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