Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1074230
Styl des Benvenuto Cellini. 
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Das gegebene Motiv war in der Regel: irgend ein kostbares Mi- 
neral, hauptsächlich Agate, Jaspen, Lapislazuli, auch wohl schöne 
Glasflüsse in mehr oder Weniger freier, selbst phantastischer Form 
zum Gefäisse zu bilden und mit Henkeln, Fuss, Rand, Deckelgriä etc. 
von Gold mit Email oder Edelsteinen zu versehen; oder man fasste 
eine Vase von Bergkrystall mit eingeschliffenen Ornamenten oder Ge- 
schichten auf dieselbe WVeise ein; Seemuschelu u. dgl. erhielten meist 
einen geringern Schmuck. Ausserdem giebt es noch hie und da ganz 
metallene Goldschmiedearbeit mit Email und Edelsteinen aus die- 
ser Zeit. 
In dem vegetabilischen Ornament, in der Bildung der Arabeske 
darf man hier wohl nirgends mehr die unabhängige, elastische Schön- 
heit der frühem Renaissance suchen, allein innerhalb der Grenzen der 
Gattung hätte diese wohl überhaupt kaum eine Stelle gefunden. Das 
Wesentliche ist der vollkommene Einklang der reichen Formen und 
der Farben; der Gefässprofile und der Einfassungen und Zuthaten, 
der hier erreicht ist; allerdings scheinbar nur ein conventioneller Ein- 
klang, der aber gleichwohl classische Gültigkeit erlangt hat. Kostbare 
Steinarten, bei deren Bildung der Künstler schon auf die Form des 
eben vorhandenen Stückes Rücksicht nehmen, und die er zu irgend 
einem Phantasiemotiv verarbeiten musste, gestatteten in der goldenen 
Einfassung nichts streng Architektonisches, auch keinen zu grosseil 
plastischen Reichthum, sondern verlangten gerade die delicatcn Hen- 
kel, Ränder etc. von Gold und Email, welche wir hier sehen. Und 
zwar wechselt insgemein flacheres Email auf Gold mit Relieforna- 
menten rings um die Edelsteine. In den Farben ist mit feinstem Sinn 
das Richtige getroffen: zu Lapislazuli u. dgl. eine Einfassung von 
Gold und Perlen; zu rothbraimem Agat eine Einfassung von Weissen 
E1nailzierrathen und Diamanten auf schwarzem Grunde u. s. w. Eine 
Hauptggnsequenz der freien Gefäissform aber war die phantastische 
(und doch noch nicht fratzenhafte) Ausbildung einzelner Theile der 
Einfassung zu Masken, Nymphen, Drachen, Thierköpfen u. dgL, und 
hier scheint Benvenuto vorzüglich in seinem Elemente gewesen zu 
sein. Statt der reinen Arabeske gab er Leben und Beweglichkeit. 
Von den geschliffenen Crystallsachen ist einiges bloss ornamen- 
tistischer Art, wie z. B. die herrlich mit Gold und Roth emaillirte 
B. Cicerozze. 18 
        

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