Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1074203
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Renaissance-Decoration In Holz. 
ßlntarsiaarabesken der guten Zeit sieht man an dem Getäfel im Chor 
der Kirche (gegen das Schilf zu). 
Mit dem Begimi der Barockzeit fanden reiche, geschnitzte Histo- 
rien oder Brustbilder, begleitet von buntquellendem Ornament hier 
einen ausgesprochenen Vorzug. Dieser Art ist das Stuhlwerk des 
hNiederläildei-s „Alberto di Brule" im Chor von S. Giorgio maggiore, 
das noch spätere Wandgetäfel in der Cap. del rosario und im linken 
Seitenschüf von S. Giovanni e Paolo, dasjenige in den obern Siilen 
der Scuola di S. Rocco, im Chor des Oarmine etc. Bei grossem 
Luxus und einer oft raffiuirten Behandlung des Figiirlichen ist das 
Decorative doch ohne rechte Freudigkeit, als wäre es nur eine Ne- 
bensache. 
Dafür sind in Venedig noch eine Anzahl geschnitzter Decken 
der Frührenaissancc vorhanden, dergleichen man vielleicht sonst nir- 
gends beisammen iindet. Da. es sich nicht um heilige, sondern um 
Palasträume u. dgl. handelte, so durfte auch die Decoration hier We- 
niger ernst architektonisch, mehr reich mid spielend verfahren. Daher 
überwiegt nicht die Balkenlage und Einrahmung, sondern der Zier- 
rath; nicht die Cassette, sondern die Rosette, als Schild, Blume etc. 
mit der grössten Pracht  in der Regel gold auf blau  stylisirt. 
cZWei dergleichen finden sich in den vom Brand des Jahres 1574 un- 
berührt gebliebenen Zimmern des Dogenpalastes (Sala de' Busti und 
Cainera a letto, beide zur jetzigen Antikensammlung gehörend); ein 
dsehr reicher, mit {igurirten Nlitteüeldern, und ein ganz vergoldeter mit 
Chernbim in der Academie (Räume des alten Klosters der Oarita).  
eVon Kirchendecken dieses Styles ist die (beträchtlich erneuerte) in 
S. Michele erhalten, mit quadratischen Oassetten. Ein schönes Stück 
einer Holzwölbung in S. Giacomo dall, Orio (rechtes Querschiß). 
"Von Qremiildcrahmen ist wohl nach den noch gothischen der 
fmuranesischen Altarbilder (Academie, zweite Nebencapelle rechts an 
S. Zacc-aria, sowie Pinacoteca zu Bologna) als einer der schönsten der 
gganzen Renaissance derjenige zu nennen, welcher (las Bild Giov. Bel- 
1ini's in der Sacristei der Frari umgiebt (1488); oben Sirenen und 
Candelaher. Andere geringere: zweite Oapelle links vom Chor, um 
den Johannes Donatellws; dritte Capelle links vom Chor, um das 
Bild des Basaiti.
        

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