Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1074105
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Reuaiasance-Decoration in Holz. 
Zum Alterthümlichsten innerhalb der Renaissance, mit einzelnen 
noch gothischen Details gehört das schöne Stuhlwerk in der Capelle 
ades Pal. Riccardi und dasjenige im Chor von S. Miniato.  Auch die 
beinfache, mit einem englischen Gruss iigurirte Intarsia-Thür der Sa- 
cristei in der Badia von Fiesole ist Wohl noch aus der ersten Hälfte 
des XV. Jahrhunderts. Unter dem Einfluss Brunellescds und Dona- 
ctellois entstand ohne Zweifel das Täfelwerk in der Sacristei. von S. Lo- 
renzo; mit vortreiflicher einfacher Intarsia. 
Darauf folgte Wohl zunächst die bedeutende und als Ganzes elas- 
sisch zu nennende Leistung der grossen Decoratoren Giuliano und 
dßenedetto da Majano: das Getäfel der Sagrestia nuova im Dom, 
mit Donatellds Fries von festontragenden Putten (gegenwärtig grau 
bemalt). Einfache, das Innere der Wandschränke oder blosse Orna- 
mente darstellende Intarsia, von schlanken Pilastern unterbrochen, mit 
e mässigen Gesimsen.  Dem Benedetto allein wird die prächtige In- 
tarsiaJfhür in der Sala de' Gigli des Pal. Vecchio zugeschrieben, 
deren Marmoreinfasslmg von ihm ist. (Sie stellt u. a. die Gestalten 
"Dante's und Petrarcais dar.)  Vom Ende des XV. Jahrhunderts 
fist dann das herrliche Getiifel in der Sacristei von S. Croce, Wel- 
chcs als Einfassung für Giott0's Bildercyclus vom Leben Christi und 
des heil. Franciscus gearbeitet wurde, der jetzt theils in der Acade- 
mic aufgestellt, theils im Auslande zerstreut ist. Nirgends mehr ist 
wohl die Intarsia mit so feinem Bewusstsein abgestuft, vom fast bloss 
kalligraphischen Band bis zum reichbervegten Hauptfries; das Relief 
beschränkt sich auf die Pilaster und die Ilauptglieder des Gesimses. 
(Ebenda auch älteres und befangeneres Getäfel.) -Die Thür zur Sa- 
cristei und die zur nahen Capelle Medici  geschnitzte Rosetten mit 
Intarsiarahmen eingefasst  sowie die (der freien Luft wegen) ganz 
geschnitzte Thiir der Capella de' Pazzi im ersten Klosterhof könnten 
wohl von demselben Meister sein.  Noch sicherer liesse sich diess 
gvermxrthen von dem einfach edeln Stahlwerk im Chor der Badia, wo 
auch noch das (wohl einzige) Mittelpult aus dieser Zeit erhalten ist, 
sechseckig, drüber eine kurze decorirte Stütze, welche den (neuern) 
hObertheil trägt.  Einfachere Thüren z. B. an S. Felice, am Pal. 
Guadagni etc. (Von Giul. und Antonio da S. Galle sind keine sichern 
Schnitzarbeiten vorhanden.)
        

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