Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1074068
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Renalssance-Decoration. 
Stein und Metall. 
Vicenza. ist besonders reich an grossen -und prächtigen Ein- 
rahmungen der Altarbilder durch Architekturen in Marmor 
oder Termcotta. Da. man hier und in Verona zur gothischcn Zeit 
und auch noch später den Seitenschiifen der Kirchen keine Fenster 
oder nur ganz geringe runde Luken gab, so war ein genügender 
aRaum für solche Decorationen Vorhanden. Zunächst enthält S. Lo- 
hrenzo deren mehrere von Werthe ; hauptsächlich aber S. Corona. Hier 
ist der fünfte Altar links eines der prachtvollsten Phantasiewerke, 
Welche in dieser Gattung überhaupt vorhanden sind, und wenn nicht 
die Überfälle den lombardischen, die bunten Marmorscheiben der Pi- 
laster den venezianischen Charakter verriethen, so wäre er auch eines 
der schönsten. 
c In Verona enthält S. Fermo mehrere gute, darunter eine Nach- 
aahmung des Arco de' Gavi (Seite 36).  Im Dom sind diese Tuber- 
nakel merkwürdiger Weise oben spitzbogig geschlossen, wahrschein- 
lich um mit dem Bau in einiger Harmonie zu bleiben; übrigens meist 
gering, mit Ausnahme (lesjenigen über dem Grab der heil. Agatha. 
(Schluss des rechten Seitenschißes) vom J ahr 1508, Welcher in den Ara- 
besken seiner äussern Pilaster das Höchste an Delicatesse, Schwung 
und Reichthum erreicht, aber in Verbindung mit derselben Überfülle, 
Welche so manche lombardische Decomtion verderbt. (Das Figürliche 
eüberdiess nicht vom Besten.)  In S. Anastasia eine Reihe der reich- 
sten und grössten; die innere Pilasterordnung durchgängig mit stren- 
gern Arabesken in dunkehn Stein, die grössere äusserc Ordnung mit 
dem reichsten Rankenwcrk in hellerm Marmor; einer der Besten der 
dritte rechts; in anderer Weise architektonisch bedeutend derjenige 
des rechten Querschiifes; zuweie links (der erste und vierte) werden 
bei Anlass der Sculptur vorkommen. 
f In Bergamo kann die Fassade der Capelle Coleoni an S. Ma- 
ria maggiore (Seite 226, e) beinahe eher für ein grosses Decorations- 
Stück als für ein Bauwerk gelten. Es giebt reicher verzierte Fassa- 
den, wie z. B. diejenige der Oertosa. von Pavia, bei welchen gleichwohl
        

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