Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073955
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deckt. (Oft gezeichnet, abgegossen und nachgeahmt.) Hier verräith 
sich nun die Renaissance nach ihren tiefsten Eigenschaften; sie ge- 
nügt völlig, wo sie spielen darf;  alle Pilaster und die blossen 
Gewandungen, sowohl die horizontalen als die verticalen, mit ihren 
Arabesken, Blumen, Schilden, Gnu-landen u. s. w. sind von der schön- 
sten, leichtesten Wirkung; dagegen ist das Bauliche nur wenig orga- 
nisch, die Profile zu dünn, das Tragende zu decorativ. Die mensch- 
lichen Figuren, die ohnediess auf keine Weise den Ornamenten 
ebenbürtig sind, auch lastend an der Decke anzubringen, War ein 
ganz speciell neapolitanischer Gedanke. 
Das Übrige sind Nischen, Altäre und Grabmäler, in unüberseh- 
licher Menge; au diesen Aufgaben bildete sich eine ganze grosse 
Decoratorenschule, welche jedoch erst im XVI. Jahrhundert und durch- 
schnittlich erst in den nicht mehr reinen Werken durch bestimmte 
Künstlernamen repräsentirt ist: Giovanni (Merliano) da Nola, 
Grirolamo Santacroee, Domenico di Auria, und eine Reihe 
Geringerer bis atlf Cosimo Fansaga hinab, der noch in bernini- 
scher Zeit die Art der ältern Schule nicht ganz verläugnete.  Als 
Bildhauer ist selbst Giov. da Nola nur untergeordneten Ranges; das 
Wenige plastisch Ausgezeichnete wird bei Anlass der Sculptur er- 
wähnt werden. Als Decoratoren, ob von aussen abhängig oder nicht, 
wird man diese Künstler immer achten müssen, weil die Verbindimg 
des Baulichen und des Figürlichen in ihren Werken im Ganzen eine 
sichere und glückliche ist, selbst wo die Figuren gering sind und nur 
gleichsam in den Kauf gegeben werden. 
Was die Altäre betrifft, so dauern fürs Erste aus dem Mittel- 
alter noch die den Altartisch bedachenden Tabernakel fort: reiche 
Bogen und Giebel auf 4 oder nur 2 Säulen und dann hinten an- 
gelehnt. In S. Chiara, zu beiden Seiten des Portals, ein gothischerl 
und einer der Frührenaissance.  Sodann bildet sich gerade in Neapel 
der sculpirte Altar, mit Statuen und Reliefs in einer WVandarchitekimr, 
oft Alles innerhalb einer grossen Nische, mit dem vollsten Luxus aus. 
Zum Zierlichsten gehören die Altäre zu beiden Seiten der Thür vonb 
Monte Oliveto (von Nola und Santa Oroce);  prachtvoll und um- 
ständlich eine grosse Nische mit Altar in S. Giovamii a Oarbonaraß 
(die Figuren zusammengesucht); ebenda noch Mehreres von ähnlicher 

        

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