Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073933
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An den marmornen Altären überwiegt das Figürliche; doch 
sind auch die triumphbogenartigen Architekturen, welche dasselbe ein- 
fasscn, nicht ohne Bedeutung. Der sehr grosse Hauptaltar von S. Sil-a 
vestro in Capitc und der Altar Innocenz VIII in der Pace (eine derb 
Capellen links im Achteck) sind vergoldet und nicht von reiner Form. 
Der herrliche Altar Alexanders VI in der Sacristei von S. M. delc 
Popolo ist auch in decorativer Beziehung der edelste dieser Gattung. 
Andere Altäre derselben Kirche, z. B. derjenige der 4. Oapelle rechtsd 
und derjenige im Gange vor der Sacristei bieten nur drei einfaeheß 
Nischen mit Predella und Aufsatz. 
An den Grab m iilern bemerkt man wieder diejenigen Elemente, 
welche die ilorentinischen Decoratoren geschaffen hatten, allein man- 
nigfach neu combixiirt. Eine bestimmte Abweichung liegt dann in der 
fast durchgehenden Ausschmiickimg der Seitenpfosten der Nische mit 
kleinen Nischen, welche allegorische Figuren enthalten. Sodann kommt 
das schöne Motiv einer über dem Sarcophag stehenden Bahre mit 
Teppich, welche die liegende Gestalt des Verstorbenen trägt, häufiger 
vor als in Florenz. 
Weit die grösste Anzahl dieser Gräber enthält (seit S. Peter 
seinen derartigen Schmuck eingebiisst hat) S. Maria del popoloÄ 
Vor allem die beiden Prälatengräber im Chor, Welche der grosse 
Andrea Sansovino seit 1505 arbeitete. Sie geben gleich die höchste 
und letzte Form, welche das architektonisch angelegte Wandgrab er- 
reichen kann; der Triumphbogen, auch sonst für Gräber oft ange- 
wandt, ist nirgends mehr mit dieser leichten Majestät behandelt; unter 
den Arabesken sind die des Sockels von den allerschönsten der ganzen 
Renaissance.  Die übrigen Prachtgräber, meist ebenfalls von Car- 
dinälen und Bischöfen, füllen fast sämmtliche Oapellen der Kirche an; 
alle Arten von Anordnung und Schmuck sind hier durch irgend ein 
Specimen repriisentirt. Die besten Ornamente vielleicht an dem Grab-g 
mal Lonati (um 1500) im linken QüßYSChiÜ, und an dem Grabmalh 
Rocca (starb 1482) in der Sacristei.  In der Vorhalle von S. Gre-i 
gorio ist das einfache Grabmal Bonsi (rechts) eines der schönst- 
geordneten; die beiden Brüder, welchen es gesetzt ist, sind durch 
zwei Reliefb üsten an der Basis des Sarcophages verherrlicht. Gegen- 
über das Grabmal Guidiccioni, erst vom Jahr 1643, aber mit Benutzung 

        

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