Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073891
P1881. 
Lucca. 
Siena. 
239 
bild.  In S. Frediano der neuere Taufbrunnen (als Nische) in dera 
Nähe des Alten. 
Die Weihbecken der lucchesischen Kirchen meist schön.  
In Siena empfängt uns die Renaissance gleich beim Eintritt in 
den Dom mit den beiden marmornen Weihbecken, deren eines vonh 
J acopo della Quercia herriihrt. (Einen antiken Fuss hat keines 
von beiden). Es giebt einfach schönere Weihbecken des entwickeltem 
Styles in andern Kirchen von Toscana, aber keine prachtvollern. Die 
Aufeinanderfolge von Flachsculpturen, stützenden Statuetten, Festons, 
Adlern und Wasserthieren als Trägern der Schalen etc. giebt einen 
wahrhaft reichen und festlichen Eindruck. Die Fische im Innern der 
Schalen wird man der übergrossen Verzierungslust zu Gute halten l). 
Als eine Familie von Decoratoren inMarmor, und zwar wohl un- 
abhängig von den gleichzeitigen Architekten, lernt man zunächst die 
Brüder Marzini kennen; deren Werke in die Jahre um 1500 fallen. 
Noch etwas alterthümlich: die Steinbank rechts in der Loggia desc 
Casino de' Nobili, mit besonders schöner Rückseite (vorgeblich nach 
dem Entwuf Peruzziis, der aber damals wohl noch zu jung War. Die 
Bank links ist von einem ältern Meister.) Von höchster Pracht undd 
Vollendung: die kleine Fronte der Libreria im Dom (mit einem Re-e 
lief des Urbano von Cortona) und der unvergleichliche Hauptaltar der 
Kirche Fontegiusta (1517), an welchem nicht bloss die Ornamente 
der ebengenannten Arbeit vollkommen gleich am Werthe, sondern 
auch die Figuren von höchster Bedeutung sind. Die Engel und Engel- 
kinder, der Fries von Greifen, ganz besonders das Relief der Lu- 
nette  der todte Christus mit drei Engeln  gehören zum Schön- 
sten und Ausdruckvollsten, was die Sculptur der rafaelischen Epoche 
geschaifen hat. An keinem der damaligen römischen Grabmäler wüsste 
ich z. B. eine Lunette von diesem Werthc nachzuweisen.  (In 
S. Martina soll sich ein anderer sculpirter Altar derselben Meister 
befinden.  
 So weit ich mich erinnere, ist auch 
vieto von ähnlichem Styl und Werth 
das eine 
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