Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073824
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Renaissance-Decoration. 
Stein und Metall. 
WVir greifen hier absichtlich tief in das XVI. und selbst in das 
XVII. Jahrhundert hinab, um eine Menge von Einzelheiten mit einem 
Mal vorzubringen, die sich bei den spätem Epochen der Baukunst 
(wo sie der Zeit nach hingehören) sehr zerstreut -ausnehmen würden. 
Dem Styl nach ist es ohnediess meist ein Nachklang der Frührenais- 
sance, fiir deren schönen und reichen Anblick die Decoration des 
spätem Systemes keinen rechten Ersatz gewährte, und die man daher 
stellenweise reproducirte. 
Verschollen iuid verschwunden sind natürlich alle jene prächtigen 
Deeorationen des Augenblickes, von welchen Vasari eine so grosse 
Menge mitten unter den bleibenden, monumentalen Kunstwerken auf- 
zählt. Die Begeisterung, mit Welchen er die Bauten und Geräthe für 
Festzüge, die Triumphbogen und Theater für einmalige Feierlichkeiten 
schildert, lässt uns die Fülle von 'l'alent ahnen, dessen Entfaltung 
und Andenken mit dem hinfiilligen Stoff, mit Holz, Leinwand und 
Stuceo unwiederbringlich dahingegangen ist. 
Auch die Aufzählung der decorativen Werke beginnt wie die der 
Bauwerke billig mit Florenz, und zwar mit Brunelleseo selbst. 
Ohne völlige Sicherheit, aber mit grosser WVahrscheinlichkeit kann man 
aihm den Entwurf zu der Lesekanzel des Refectoriums und zu dem 
bBrunnen von dessen Vorraum in der Badia, bei Fiesole zuschreiben; 
in der leichten, edeln, auf das Ganze. gehenden Zierweise spricht sich 
mehr der Architekt als der Bildhauer aus. In der Kirche sind die 
cAufSätze der beiden Thiiren des Querschiffes sicher von ihm; von 
dem artigen Giessbecken mit zwei Putten in dem hintern Nebenraum 
rechts, durch Welchen man in die Kirche geführt wird, lässt sich diese 
weniger behaupten. Die Leibung einer Thür im Hof mit einfach edeln 
Arabesken ist wohl wiedei" von seiner Erfindung.  Nach diesen 
dWerken zu urtheilen, kann der sehr prächtige, fein incrustirte Orgel- 
lettner von S. Lorenzo mit seinen kleinliehen Motiven nicht von Bru- 
e nellesco entworfen sein. Aber der köstliche Brunnen in dem linken 
Nebenrauine der Sacristei, mit den Drachen an dem Brunnstock und
        

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