Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073804
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Renaissance-Decoration. 
Die Arabeske. 
In profanen Gebäuden ist aus begreiiliehen Ursachen Weit weniger 
von dem alten Zierrath zu finden, als in Kirchen, und des Wenige 
(einzelne Thürexi, Kamine u. dgl.) ist nicht immer leicht sichtbar. Da. 
die Wände fast bis unten mit Teppichen bedeckt Wurden, so con- 
trastirten sie nicht wie bei ihrer jetzigen Nacktheit gegen die ge- 
aschnitzte und vergoldete Decke. In einzelnen Beispielen (sixtinische 
bCapelle, Sala de' Gigli im Pal. vecchio zu Florenz) wurde auch für 
den Anblick bei weggenommenexi Teppichen durch bloss gemalte ge- 
sorgt.  Wir rechnen übrigens im Nachstehenden nicht nur die gemal- 
ten Einfassungen von Räumen, Oeifnungen und Gemälden, so weit 
sie von sprechender Bedeutung sind, ebenfalls zu dieser Gattung, 
sondern die Decorationsmalerei im Weitem Sinne. Mit einer 
Übersicht der Denkmäler der letztem wird vorliegender Abschnitt 
schliessen. 
Die Architektur und das Arabeskenwerk an diesen Ziergegen- 
Ständen ist noch bis über die Hälfte des XV. Jahrhunderts hinaus 
einfach im Vergleich mit dem spätem Raffinement, ja selbst befangen 
und unsicher. Vielleicht waren es weniger die grossen Baumeister, 
als die Bildhauer und Maler, Welche die Ausbildung dieses Kunst- 
zweiges bis zur höchsten und edelsten Eleganz übernahmen. (Wobei 
freilich nicht zu vergessen, wie oft die drei Künste damals in Einer 
Hand beisammen Waren, sodass nur der Zufall über die grössere Be- 
sehäftigung und Anerkennung in einer derselben entschied.) 
Die Arabeske des XV. und beginnenden XVI. Jahrhunderts ist 
eine fast selbständige Lebensäiusserung der damaligen Kunst; von ver- 
hältnissmässig gewiss sehr wenigen, bloss plastischen antiken Vor- 
bildern (Thürpfosten, Idriesen, Sarcophagen) ausgehend, hat sie das 
Höchste erreicht aus eigenen Kräften. Ich glaube, ohne es beweisen 
zu können, dass dem Desiderio da. Settignano ein wesentlicher Theil 
dieses Verdienstes angehört. An den ihm zugeschriebenen Werken 
ist die Arabeske und das Architektonische vielleicht am Frühsten 
ganz edel und reich gebildet. Von seiner WVerkstatt ging dann Mino 
da. Fiesolc aus, der ihm eine ausserordentliche Gewandtheit und De- 
lieatesse in der Behandhmg des Marmors verdankte. Mino's Stellung
        

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