Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073793
Renaissance-Decoration. 
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Ein ausserordentlicher Luxus, dessen Fülle jetzt noch in Er- 
staunen setzt-, wurde auf die Grabmäler verwandt. Gegen das 
manierirte italieniseh-gothisehe Grab gehalten, ist das Renaissancegrab 
in jeder Beziehung im Vortheil. Der bisherige Sarcophag auf Säulen 
oder Tragfiguren, mit seiner unsichtbar hoch angebrachten liegenden 
Statue, der Tabernakel auf Siiulen mit seinem Gemälde im tiefen 
Schatten, seinen allzuhoch aufgestellten Statnetten, seinen Vorhang- 
ziehenden Engeln u. s. w.  Diess Alles wurde schön und sinnvoll 
in vernünftigen Verhältnissen umgestaltet. Das Ganze bildet in der 
Regel eine nicht zu tiefe Nische, in Welcher unten der Sarcophag 
steht; auf diesem liegt entweder unmittelbar oder über einem zier- 
liehen Paradebette die Statue. Im obern Halbrund findet man ins- 
gemein eine Madonna mit Engeln in Hochrelief, oder auch die Ge- 
stalten von Schutzheiligen. Die Pfosten der Nische, die Enden des 
Sarcophages, die Ansätze und die Mitte des obern Bogens erhalten 
dann noch je nach Umständen eine Anzahl von Statuetten oder Re- 
lieffiguren, welche Heilige, Kinderengel (Putten) , Allegorien etc. dar- 
stellen. An Gräbern von Kriegern und Staatsmiiimern, die zumal in 
Venedig und Neapel vorherrschen, macht sich eine sehr vielgestaltige 
Composition, bisweilen auch schon ein Missbrauch der Allegorien 
geltend. 
In den Sacristeien und in der Nähe der Klosterrefectorien finden 
sich oft reichverzierte Brunnen. 
Das Gitterwerk einzelner Kirehenräume ist nicht selten mit 
vielem decorativem Geschick behandelt. 
Die wenigen ehernen Kirch enpf orten, die man hauptsächlich 
um ihrer Sculpturen willen betrachtet, sind durchgängig (Ghibertfs 
Thiiren) in decorativem Betracht nicht minder bewnndernswcrth. 
Die Holzdecoration (Chorstühle, Sacristeischränke etc.) wird 
imten im Zusammenhang erörtert werden. 
hia, von welchen z. B. Rafael die (jetzt ganz ausgetretenen) Bodenplatten: 
für die Loggien bezog. Etwas besser erhalten: einige Reste in den Stanzen 
des Vaticans. Aus früherer Zeit: diejenigen in der Capella Bentivoglio, in 
S. Giacomo maggiore zu Bologna;  und diejenigen in der fünften Capelle 
links zu S. Petronio ebenda, letztere sechseckige Plättchen mit Ornamenten 
und Figuren.  In Neapel dauert die Sitte noch heute.
        

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